RH #181Lauschangriff

HALFORD

Alarm auf Zimmer 303

Als Kollege Kühnemund im letzten Jahr harsche Kritik am verdächtig perfekten Sound des „Live Insurrection"-Albums von Ex-Hohepriester HALFORD übte, war der gute Rob „not amused". Gottlob erwies sich der erfreulich umgängliche Brite als Profi und Gentleman und ging Hessenkaiser Buffo nicht gleich an die Gurgel.

Trotzdem ist mir ein wenig flau in der Magengegend, als mir der glatzköpfige „Metal God" im Frankfurter Mariott-Hotel an der Messe eine halbstündige Audienz gewährt. Und das weniger wegen der durchaus berechtigten Schelte unseres „Think Tanks" an der „Live"-Scheibe des Quintetts, sondern weil mir die Tracks des neuen HALFORD-Stahlträgers „Crucible", der am 24. Juni in den Handel kommt, auch nach einem guten Dutzend Durchläufen gar nicht gefallen wollen. Da die Plattenfirma der Kapelle vorab nur vier Stücke rausrückte, besteht aber die Hoffnung, dass sich unter den restlichen Songs noch der eine oder andere Kracher der Güteklasse ´The One You Love To Hate´, ´Slow Down´ oder ´Made In Hell´ befindet. Denn dummerweise handelt es sich bei ´Sun´, ´Fugitive´, dem von östlicher Musik beeinflussten ´Hearts Of Darkness´ und dem Titeltrack ausnahmslos um getragene bis midtempolastige Songs, die sich aufgrund einiger stilistischer Neuerungen und einem mit angezogener Handbremse singenden Rob doch erheblich vom Material des bärenstarken Vorgängers unterscheiden. Zudem mangelt es den drei erstgenannten Kompositionen leider an dem grandiosen Hymnencharakter, der viele Tracks auf „Resurrection" und zahllose alte Priest-Klassiker auszeichnete. ...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.