RH #179Interview

CANNIBAL CORPSE

Warme, herzliche Musik

Können blutberauschte Fantasien von Zombies, Mord- und Totschlag das Familienleben beeinträchtigen? Niemals! Das glaubt zumindest Paul Mazurkiewicz, Trommelmonster bei CANNIBAL CORPSE.

Ihren weltweiten Erfolg müssen sich die Kannibalen immer wieder hart erarbeiten. Vier bis fünf Mal proben die Todes-Hacker wöchentlich, außerdem ist die Band ständig auf Tour. Urlaub oder Langeweile gibt es im Leben der Combo so gut wie gar nicht. Vor kurzem haben die Jungs aus Florida sogar erstmals in Kolumbien gespielt.

»Wir zockten dort zwei Shows«, berichtet Drummer und Texter Paul Mazurkiewicz. »Ein Konzert fand in Cali statt, eins in der Hauptstadt Bogota. Wir konnten überhaupt nicht ahnen, was uns da erwarten würde, aber jetzt weiß ich: Kolumbien hat die brutalsten Fans, die man sich vorstellen kann. Sie versuchten ständig, uns von der Bühne runterzuziehen und uns die Klamotten vom Leib zu reißen. Vor dem Konzert in Bogota gab es eine Autogrammstunde in einer Filiale von Tower Records. Normalerweise ist es ja so, dass man als Band ankommt, hinter einem Tisch auf Hockern Platz nimmt, sich einen Marker greift, diverse Sachen signiert und für ein paar Fotos die Hände von Fans schüttelt. In Bogota jedoch war nichts vorbereitet - kein Tisch, kein Stuhl, keine Stifte. Als wir durch die Hintertür in den Shop kamen, wurden wir von einigen Fans beobachtet. Kurz darauf stürmten Massen den Laden und umringten uns. Das war wie bei den Beatles! Irgendwo tauchten dann Stifte auf, und wir unterschrieben alles, was man uns unter die Nase hielt. Das war Wahnsinn! Ich dachte, dass ich erdrückt werde. Aber wir haben es überlebt.« ...

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