RH #173Interview

MOONSPELL

Schweißerlehre mit Happy End

Portugals führende Adresse in Sachen schwermetallischer Klänge hatte sich fast schon aussichtslos im Irrgarten der freien Experimentierkunst verfranst, nun aber mit dem fünften regulären Longplayer „Darkness And Hope" gerade noch rechtzeitig den passenden Ausweg gefunden. Denn endlich zelebrieren MOONSPELL wieder das, was sie am besten können: eingängigen, düsteren Gothic Metal.

Dortmund im Hochsommer: Es herrscht eine Bullenhitze, selbst auf dem Dach des Century Media-Gebäudes, wo ich es mir mit Fernando Ribeira gemütlich gemacht habe, gibt´s kaum einen Luftzug. Der MOONSPELL-Sänger ist das aus seiner portugiesischen Heimat freilich gewohnt und fühlt sich pudelwohl. Überhaupt wirkt der Mann sehr ausgeglichen und freut sich diebisch über die Überraschung, die ihm mit seinen Kollegen gelungen ist. MOONSPELL hatten sich auf den letzten beiden Platten zielsicher in ein stilistisches Chaos bewegt, und alle Welt vermutete, sie würden sich auf dem neuen Longplayer noch mehr verzetteln. Stattdessen haben die Portugiesen allen überflüssigen Ballast von Bord geworfen und den Sound wieder aufs Wesentliche reduziert.

»„Irreligious“ war für uns gewissermaßen der Durchbruch«, bilanziert der stets freundliche Frontmann, »also dachten wir, dass wir gemeinsam mit den Fans den musikalischen Horizont von MOONSPELL auf den nächsten Platten erweitern könnten. Das gelang allerdings nur zum Teil; manche Fans wandten sich ab, andere kamen hinzu. „Sin/Pecado" und „The Butterfly Effect" waren also...

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