RH #170RH vor 10 Jahren

Elvis räumt auf

Im Frühsommer 1991 schockte uns die Nachricht, dass Udo Dirkschneider in der Boulevardpresse als „Endzeit-Heino" verunglimpft wurde. Aber was ist das schon im Vergleich zu dem kleingedruckten Inserat, das sich auf Seite 36, Spalte eins, Absatz drei, in RH 52 versteckt? „Ich (20, geistig unterfordert) verlose unter allen, die verrückt genug sind, mir zu schreiben, eine handsignierte Heintje-LP!"

Schade, dass die Aufmerksamkeit der Redaktion von vielen weiteren Killernieten völlig in Anspruch genommen wird, sonst hätte sich bereits zwei Wochen später irgendein RH-Zeilenschinder diese Rarität in die Glasvitrine gestellt. Zum Beispiel von der Trümmerkapelle PRIME EVIL aus Lütjenburg, die ihr Demo mit den Worten anpreist: „Fuck off popper! We hate poppers. We come from hell to kill the poppers."

Anyway: Heft 52 steht ganz im Zeichen der „Pfingsten-Ochsen-Tour", eines Tagebuchs der besonderen Art. Unsere Mitarbeiter, verstärkt durch allerlei schräge Kumpels und sonstige Knalltüten, mieten sich aus Anlass der Rock Hard-Jubiläumsfestivals in Lichtenfels und Berlin einen Schlafkojenbus, um stillos wie Spinal Tap on tour durch die Gegend zu schuckeln und zum Grande Finale auf dem Dynamo Open Air als fünfpromillige Alkleichen für Panikanfälle zu sorgen. Rock´n´Roll heißt für unsere Jungs zuallererst: prollig rumsauen, weil´s zu Hause bei Mutti verboten ist. Immerhin hat Busfahrer Elvis Nerven wie ein Flaschenzug: „Die hintere Sitzecke im Bus gleicht einem Schlachtfeld. Fast bis zur...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.