RH #162RH vor 10 Jahren

Kalifornien: eine DDR mit viel Sonne

Kein Wunder, dass sich das RH Anfang der Neunziger zur Konkurrenz von Lifestyle-Magazinen wie der „Titanic“ entwickelte: Wer realsatirischen Unfug suchte, bekam beim Dortmunder Bombenlegerblatt noch mehr geboten als im „Bayernkurier“. Oder wie sonst ist der bekloppt-geniale Cover-Sticker „Immer noch 16 Seiten mehr!“ zu verstehen?

Im November 1990 glitzert ein hoffnungsvolles Licht am Horizont, das den Stil des Hefts in den folgenden Jahren radikal beeinflussen sollte: Kultautor Uwe Deese besucht zusammen mit DJ Götzi die erste Ausgabe der Metal-Messe Foundations Forum und liefert eine gnadenlos treffende und unterhaltsame Analyse aus dem Land des unbegrenzten Spießertums. Zuvor muss er jedoch eine Art Eignungstest in Sachen Superquark bestehen. Diese Aufgabe löst Deese im Rahmen einer Geschichte über das immergrüne Thema Zensur mit Bravour: „Haben wir bald wieder Wanzen in unseren Wohnungen/Kinderzimmern, die jedes anzügliche Statement mit Kerker, Folter und Geldstrafen belegen?“

Egal. Back to hell bzw. mitten rein in die superbunte Comedy-Show in L.A., die mitsamt der zahlreich angereisten Hartwurst-Prominenz aus Amiland und Europa in einer Luxusherberge am trostlosen LAX-Flughafen stattfindet („Judas Priest im Hotel. Hell!“). Der Schuppen ist vier Tage lang von den Veranstaltern komplett gebucht worden, was das Personal Tag für Tag ein Stückchen mehr in den Wahnsinn treibt. Wir lernen zunächst, dass die Parkplatzwächter keinen Sinn darin sehen, „warum sie für fünf...

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