RH #158Interview

AYREON

Hinter Stonehenge lauert der Urknall

Schön, dass die Risikofreude im Rockzirkus noch nicht ganz verkümmert ist. Anstatt die Erfolgsmasche seiner ´98er Rockoper „Into The Electric Castle“ (Top 40 in Holland) weiterzustricken, hat AYREON-Mastermind Arjen Lucassen alles über den Haufen geworfen und in Guns N´Roses-Manier zwei parallel erscheinende Einzel-CDs ausgeheckt, die den hilflosen Fan mal wieder auf Wochen hinaus unter den Kopfhörer zwingen werden.

Arjen war schon immer ein eigenwilliger Musiker, dem nichts so sehr gegen den Strich geht wie stilistische Stagnation und halbgare Alben, die zwar für volle Bankkonten und Kühlschränke sorgen, in künstlerischer Hinsicht aber so befriedigend sind wie ein Koitus Interruptus. Nach der Auflösung seiner Party-Metal-Band Vengeance veröffentlichte er ´93 unter seinem zweiten Vornamen Anthony die ebenso vielseitige wie erfolglose Solo-CD „Pools Of Sorrow, Waves Of Joy“. Anstatt sich nach der kapitalen Bruchlandung der Scheibe wieder auf simplere Klänge zu konzentrieren, ließ der Zwei-Meter-Gitarrist endgültig jegliches Schablonendenken hinter sich und schob zwei Jahre später die Rockoper „Ayreon - The Final Experiment“ nach. Die mit Gastsängern wie Lenny Wolf (Kingdom Come) und Jan-Chris de Koeijer (Gorefest) aufgenommene Scheibe vereinte von melodischem Hardrock bis zu grunzigem Todesblei so ziemlich alle Spielarten harter Gitarrenmusik und schlug in Arjens Heimat Holland wie eine Bombe ein. Das zweite AYREON-Album „Actual Fantasy“ (´96) klang sehr viel songorientierter und deckte ein nicht ganz so breites stilistisches Spektrum ab, was zusammen mit der deutlich gestrafften Gästeliste dafür sorgte, dass die Scheibe sich nur mäßig verkaufte. ...

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