RH #154Interview

DIE SCHWEISSER

Das Ende der Endzeit

Eine der originellsten deutschsprachigen Bands wendet sich von der Hard´n´Heavy-Szene ab. Auf dem neuen Album „bitte warten“ begeben sich die SCHWEISSER in auffällig ruhiges Fahrwasser und jonglieren ungeniert mit Pop- und Schlager-Fragmenten. Schade für die Fans lauter Gitarrenklänge, denn die niveauvollen Texte von Tommy Böck sind nach wie vor hörenswert.

Für Insider kommt der Stilwechsel nicht ganz so überraschend. Im Anschluß an die Akustik-Weihnachtstour Ende 1998 haben die SCHWEISSER nach bandinterner Diskussion die Verstärker zwar nicht eingemottet, aber doch merklich leiser gedreht. Aus den Münchner Brüllwürfeln, die vor Jahren mit Anarcho-Charme und Wut im Bauch gegen Spießertum, kaputte Persönlichkeiten und gesellschaftliche Fehlentwicklungen gerotzt haben, sind erwachsene junge Männer geworden, die die gängigen (Szene-relevanten?) Konventionen endgültig beiseite geschoben haben. Totenkopf-T-Shirts und lange Haare gehören der Vergangenheit an. Doch aller (Neu-)Anfang ist schwer.

Musikalisch offenbart „bitte warten“ sowohl Stärken als auch Schwächen. Während Titel wie ´Narrenschiff´ oder ´Alles nochmal?´ hochwertiges, intelligentes Radiofutter abgeben, überschreitet man andererseits schnell die Grenze zum zahnlosen Softrock. Es läßt sich also in mehrfacher Hinsicht trefflich darüber streiten, ob die SCHWEISSER „Verräter“ oder ihren Idealen treu geblieben sind, auf Nummer Sicher gehen oder Risikobereitschaft zeigen.

 

Warum kam es zu einem so radikalen Stilwechsel?...

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