RH #144Schwatzkasten

JELLO BIAFRA

JELLO BIAFRA

Seit über 20 Jahren wird Jello Biafra (bürgerlicher Name: Eric Boucher) als Ausnahmeerscheinung und Reizfigur weit über die Musikszene hinaus geliebt, gehaßt und verehrt. Der 40jährige Urvater des politischen Hardcore und Gründer der Dead Kennedys überrascht auch heute noch mit außergewöhnlichen musikalischen Projekten und fundierten, spitzzüngigen Spoken Word-Alben. Mühlmann fragte dem "Gewissen Amerikas" Löcher in den Bauch.

Wo bist du geboren und aufgewachsen?

"In einem kleinen Kaff in Colorado, in den Rocky Mountains. Das bedeutet: Ich zog später als Landei in die Großstadt."

 

Woran erinnerst du dich zuerst, wenn du an deine Kindheit denkst?

"Ich hatte immer Angst vor den Cops und habe zuviel Fernsehen geschaut."

 

Hattest du jemals Idole?

"Klar, etliche. Ein Idol kam, das andere ging. Ich verehrte Alice Cooper, Muhammad Ali, Frank Zappa, Captain Beefheart, Iggy Pop usw."

 

Warst du jemals in einer politischen oder gesellschaftlichen Bewegung organisiert?

"Ich war eigentlich immer meine eigene Bewegung. Ich engagiere mich durch meine Spoken Word-Alben und habe nie vor irgend jemandem gekuscht. Ich würde mich allerdings nicht von anderen vereinnahmen oder mich vor ihren Karren spannen lassen und nenne mich auch nicht Marxist, Liberaler oder Anarchist. Jedes Thema sollte man separat betrachten und nicht unter einem bestimmten Dogma. Klar, Punkrock war früher Anarchie, und ich habe mich damals auch für einen Anarchisten gehalten. Andererseits denke ich auch...

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