RH #144Interview

FISH

Mr. Bad Luck

Seit der Veröffentlichung seines ersten Soloalbums „Vigil In A Wilderness Of Mirrors“ vor rund zehn Jahren hatte ich den ehemaligen Marillion-Sänger Derek W. Dick, besser bekannt als FISH, aus den Augen verloren. Da es vielen alten Marillion-Fans ähnlich gehen dürfte und FISH mit „Raingods With Zippos“ ein starkes neues Album vorzuweisen hat, ist es allerhöchste Zeit, das Versäumte nachzuholen.

 

Mit meiner ersten Soloscheibe habe ich versucht, über viele Zäune gleichzeitig zu springen, beginnt FISH in fürchterlichstem Schottisch. Aber ich hatte mir zu viel auf einmal vorgenommen und bin mitten im Sprung abgestürzt. Das Album war musikalisch vielseitiger als alles, was ich mit Marillion gemacht hatte, aber vielleicht nicht genügend durchdacht. Damals stand ich noch bei der (Marillion-Plattenfirma) EMI unter Vertrag, die mich irgendwann nicht mehr supporten wollte. Es ist ja ein ganz einfaches Spiel: Wenn du das Geld, das in dich investiert wird, nicht wieder einspielst, bist du erledigt. In meinem Fall war es allerdings etwas komplizierter: Es folgte eine endlose Schlammschlacht zwischen der EMI und mir, die so viele Anwaltskosten verschlang, daß ich praktisch ruiniert war. Ich fand zwar in Polydor eine neue Plattenfirma und veröffentlichte mein zweites Soloalbum „Internal Exile“, aber inzwischen war viel Zeit vergangen, und meine Karriere begann praktisch wieder von vorne (was erklärt, warum viele alte Marillion-Fans FISH nach „Vigil...“ aus den Augen verloren haben - d.Verf.). Da ich mich psychisch nicht in der Lage sah, nach „Internal Exile“ ein drittes Soloalbum aufzunehmen, mir aber keine weitere Pause leisten konnte, nahm ich mit „Songs From The Mirror“ zunächst ein Cover-Album auf. Rückblickend war das keine gute Idee, aber damals hatte ich keine andere Wahl. Mein drittes „reguläres“ Soloalbum - ich hatte inzwischen auch den Polydor-Deal verloren - nannte sich „Suits“ und war eine sehr „sichere“ Angelegenheit. Mein Selbstvertrauen war gleich Null, und ich konnte es mir nicht leisten, irgendwelche Experimente einzugehen. Ich hatte mein eigenes Label Dick Bros gegründet und mir ein eigenes Studio aufgebaut, konnte mir aber keine vernünftige Promotion leisten. Damals hielt ich mich mit Tourneen und Merchandise mehr schlecht als recht über Wasser. ...

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