RH #139Interview

DEVIN TOWNSEND

Jenseits von Gut und Böse

 

Auf den ersten Blick wirkt das Multitalent DEVIN TOWNSEND zwar sehr nett, irgendwie aber auch reichlich arrogant. Um Devins kontroverse Statements richtig einordnen zu können, muß man sich schon etwas eingehender mit dem kanadischen Exzentriker beschäftigen. Michael Rensen versuchte es.

 

 

DEVIN TOWNSEND ist einer der wenigen Musiker des ausgehenden 20. Jahrhunderts, bei denen das oft bemühte und selten wirklich zutreffende Genie/Wahnsinn-Klischee hundertprozentig greift. Von Geburt an unter krankhaftem Adrenalin-Überschuß leidend, schrieb der heute 26jährige schon in jungen Jahren sehr extreme Musik, um mit dem niemals abebbenden Wirbelsturm in seinem Kopf fertigzuwerden. Songs, Sounds und Melodien verfolgen ihn bis in den Schlaf und lassen erst von ihm ab, wenn er sie auf Tonträger gebannt hat. Früher schüttete Devin sich mit starken Medikamenten zu, um ruhiger zu werden, doch irgendwann suchte er sein Heil ausschließlich in der Musik. Eine Therapie, die nur teilweise anschlug: Ende letzten Jahres wurde Devin in eine psychiatrische Klinik eingeliefert.

"Ich war mehrere Tage am Stück hellwach, und sie mußten mich mit Narkotika vollpumpen, damit ich nicht total durchdrehe", erzählt der Kanadier, der zum Zeitpunkt unseres Telefoninterviews gerade erst aufgestanden ist und daher fast ein wenig lethargisch wirkt. "Ich habe das ganze letzte Jahr dazu gebraucht, um mit meinen psychischen Schmerzen und Ängsten klarzukommen. Mit meiner Musik versuche ich Leute zu finden, die so...

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