RH #136Interview

TORI AMOS

Hauchzarte Götterdämmerung

Tatort: die Katakomben im Stuttgarter Kongreßzentrum. In einem abgedunkelten, lediglich von zwei Kerzen erleuchteten Raum, in dem sich leere Flaschen, Dosen und Essensreste stapeln, sitzt eine grazile Erscheinung, die verträumt dreinschaut und sich in meditativ anmutenden Bewegungen ergeht.

TORI AMOS´ letzte Vorbereitungen auf die Show werden lediglich getrübt durch das Eintreffen des RH-Abgesandten, der die Idylle mit einer Reihe dämlicher Fragen empfindlich stört und erst mal auf das gelungene neue Sahnescheibchen verweist, das im Gegensatz zum Vorgänger lebensbejahender ausgefallen ist und bisweilen gar Optimismus ausstrahlt.

Tori, „From The Choirgirl Hotel“ scheint dir hörbar leicht von der Hand gegangen zu sein.

"Nun, „Boys For Pele“ war wesentlich schwieriger. Die Scheibe markierte eine Abkehr von allem, was ich bis dahin getan hatte. Ich mußte sie unbedingt machen, um meinen Kopf freizubekommen und mir über mich selbst Klarheit zu verschaffen. Am Anfang der Platte stand das Ende einer achtjährigen Beziehung, weshalb „Boys For Pele“ sehr melancholisch ausgefallen und für einen Außenstehenden nicht gerade leicht zu verarbeiten ist."

Da strahlt der neue Silberling wesentlich mehr Hoffnung und Zuversicht aus. Was ist der Grund dafür?

"Meine Beziehungen sind anders heutzutage, da ich mich geändert und ganz andere Bedürfnisse habe. Außerdem habe ich mehr Kontrolle über destruktive Mächte, zu denen ich mich oft hingezogen fühle. Beispielsweise neige ich dazu, mich...

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