RH #132Tourtagebuch

ATROCITY

Töfte Tänzerinnen & horizontales Gepiepse

»Will nicht einer von euch mitfahren? Wir ham auch töfte Tänzerinnen dabei!« So versuchte uns ATROCITY-Frontmann Alexander Krull einen Bericht über die "Werk 80"-Tour schmackhaft zu machen. Und siehe da: Knapp fünf Minuten später kratzte der tanzgirlnotgeile Jan Jaedike mit gepackten Koffern an der Tür des Nightliners.

 

Wobei man vielleicht so ganz nebenbei erwähnen sollte, daß meinereiner "Werk 80" für einen nicht minder töften Tonträger hält und das Konzept, Achtziger-Wave- und Pop-Kamellen in ein zeitgemäßes, hartes Gewand zu packen, augenscheinlich aufgegangen ist. Die Konzerte der Tour waren supergut besucht (der vorab vermutete Schnitt von 300 Nasen wurde teilweise ums Doppelte überboten), und von "Werk 80" sind bereits schlappe 50.000 Exemplare über die Theken gewandert. Außerdem passen ATROCITY kaum ins klassische „Rock'n'Roll all night“-Tourklischee und machen somit einen Blick hinter die Kulissen um so interessanter. Die gesamte Band besteht aus Vegetariern, drei der fünf Herren sind strikte Antialkoholiker und Nichtraucher. Shouter Alex verzichtet außerdem auf jegliche Süßigkeiten, um seinen Speckansatz von den Hüften zu bekommen. Das mit der Schokolade gilt auch für Theatre Of Tragedy-Frontfrau, Solokünstlerin, "Werk 80"-Co-Sängerin und Krulle-Freundin in Personalunion, Liv Kristine Espenæs. Allerdings nicht wegen 'ner Plautze, sondern »weil ich davon eine Woche später immer Pickel kriege und dann aussehe wie ein Streuselkuchen«. Darüber hinaus hat die Gute auch noch eine Citrusfrüchte- und Nuß-Allergie. Liv tut ihren Ekel gegen jegliche Rauchwaren bei jeder Gelegenheit kund und wird von den Qualm-Fetischisten im Bus liebevoll »unser Hausdrachen« genannt. Auch Krulles Nase ist inzwischen ein echter Shit-Detektor, der schon beim bloßen Anbauen von Joints ausschlägt. Daumen hoch für das Durchsetzungsvermögen der Straight Edge-Fraktion, der es zu verdanken ist, daß der Bus weitgehend qualmfrei bleibt, so daß sich unsere Riechkolben besser auf das sonstige Gemüffel (olle Socken, ungewaschene Mitreisende, abartige Parfüm-Proben von Basser Chris etc.) konzentrieren können. ...

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