RH #130Titelstory

RAGE

Von Klassik und Klassikern

Selten war sich die Redaktion so einig: Das neue RAGE-Album „Thirteen“ hat das Zeug zum Klassiker. Peavy & Co. haben es tatsächlich geschafft, ihre bisherigen Veröffentlichungen zu toppen, und eine Scheibe vorgelegt, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Verstärkt durch das Lingua Mortis-Orchester, haben RAGE ihre eigene Oper geschrieben und damit ein weiteres Highlight in ihrer Karriere gesetzt. Vom musikalischen Potential her ist die Band reif für den endgültigen Sprung an die Spitze.

Doch Einigkeit in der Rock Hard-Redaktion und unbestrittene musikalische Qualität reichen leider nicht aus, um den großen Durchbruch zu schaffen. Die Liste jener Bands, die trotz dieser Voraussetzungen gescheitert sind, ist lang und wird jedes Jahr länger. Denn über Erfolg oder Nichterfolg eines Albums entscheidet (leider Gottes) nicht zuletzt der „Coolness“-Faktor. Erst wenn man sich dieses Prädikat verdient hat, ist der Erfolg greifbar nah, denn wer möchte ihn schon verpassen, den Moment, in dem eine wirklich „coole“ Band durchstartet? Niemand. Grund genug also für den (nicht ganz ernstgemeinten) Rock Hard-„Coolness“-Check, der neben den wissenswerten Fakten über das aktuelle Album vor allem die Frage klären soll, ob RAGE neben den „echten“ Stars der Szene bestehen können...

Der erste Eindruck ist zwiespältig: Eine Flasche Schaumwein wird geöffnet, aber von Rock´n´Roll-Dekadenz läßt sich beim besten Willen keine Spur finden. Stattdessen herrscht gespannte Erwartung bei Peavy & Co.,...

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