RH #128Interview

VADER

Keinen blassen Schimmer

Die Reihen der alten Death Metal–Helden lichten sich. Entweder wird den eigenen Roots mehr und mehr der Rücken gekehrt oder klammheimlich das Zeitliche gesegnet. Da verwundert es kaum noch, daß die heikle Gratwanderung zwischen wohldosierter Weiterentwicklung und dem Bewahren der Roots 1997 ausgerechnet den bislang mehr im Szene–Mittelfeld herumkrebsenden Polen VADER erstklassig gelungen ist.

 

Deren Leadsänger Piotr Wiwczarek alias Peter hängt mir an einem trüben Spätherbstnachmittag in der Leitung, hat gerade unser Novemberheft durchgeblättert und lobt erst mal ausgiebig Judas Priest.

"„Jugulator“ ist 'ne unglaubliche Platte. Der pure Wahnsinn!"

Und dir nicht etwa zu "modern"?

"Auf keinen Fall. Aber ich bin schon so lange Priest–Fan, daß mir die Objektivität eh abhanden gekommen ist."

Objektiv gesehen (um jetzt mal 'ne feine Überleitung zu konstruieren) stehen VADER mit ihrem neuen Nackenbrecher "Black To The Blind" qualitativ recht allein auf weiter Todesblei–Flur, weshalb es ihr Label auch nicht zu dreist fand, die Truppe mal eben als "wichtigste Death Metal–Band Europas" zu bezeichnen.

"Das ist natürlich in erster Linie ein Promospruch", wiegelt Peter ab. "Ich habe was gegen den Wettbewerb unter Bands. Man sollte stattdessen viel mehr zusammenarbeiten."

Zumindest solange man die reine Lehre betreibt und nicht zu sehr mit neuen Einflüssen jongliert...

"Hältst du es etwa für richtig, daß immer mehr Death Metal–Bands Rock'n'Roll–Elemente in ihren Sound einbauen? Den...

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