RH #124Interview

SNAPCASE

Intellektueller Tortenguß

Drei Jahre mußte die stetig wachsende Fangemeinde auf das zweite vollständige Werk des Buffalo-Fünfers warten. Im Frühjahr war es dann soweit. Am liebsten umschreibt SNAPCASE-Mainman Daryl Taberski „Progression Through Unlearning“ als „knalligen HC mit Tortenguß“. Dank kurzer Samples und ähnlicher Sequenzen zwischen den zehn Songs flutscht die Platte gut in einem Rutsch durch.

Beim Boss von SNAPCASE muß man pünktlich anrufen, denn sonst erwischt man nur seinen Anrufbeantworter, der einem mitteilt, der Bursche sei gerade auf dem Weg zur Uni. Der Hardcore-Shouter ist nämlich eingeschriebener Sozialpädagogik- und Spanisch-Student an der University of Buffalo. Ich hatte einige Minuten verschlafen, bekomme den Mann aber quasi an der Haustür zu fassen.

»In 15 Minuten muß ich aber wirklich los. Ich darf das Seminar nicht verpassen, denn durch die Band habe ich ohnehin viel zu wenig Zeit für mein Studium«, stöhnt er, läßt sich aber doch noch zu einem Talk überreden. »Wenn ich aber jemals einen Abschluß machen sollte, dann möchte ich als Streetworker mit Drogen- und Alkohol-Abhängigen arbeiten. Zwar hat die Clinton-Administration den Etat für Sozialarbeit gekürzt, aber die Drogenprobleme sind so groß, daß es an sich leicht ist, einen Job zu finden.«

Bis auf eine Ausnahme malträtieren auch die anderen SNAPCASE-Mitglieder nicht den ganzen Tag im stillen Kämmerlein ihre Instrumente, sondern betreten regelmäßig eine Alma Mater:

»Unser Drummer studiert Politikwissenschaften, die...

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