RH #123RH vor 10 Jahren

Chaos & Randale

1987 gab es noch so etwas wie eine Sommerpause im Rock-Business - und für einen Haufen Dortmunder Schreiberlinge mehr als nur ein verlängertes Wochenende Jahresurlaub. Doch vor das Vergnügen haben die Metal-Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt, und so mußte vor der Fahrt ins (sprichwörtlich) Blaue erst noch Rock Hard Nr. 22 rausgehauen werden...

Laut Vorwort war dieses Unterfangen ein ganz schön stressiges (»Wir haben uns nochmal richtig ins Zeug gelegt!«); aus heutiger Sicht dagegen kann das Füllen der 64 Seiten innerhalb von rund drei Monaten kaum mehr als fünf Nachtschichten gekostet haben - zumal das Wort „Sommerpause“ durchaus wörtlich zu nehmen war: Die damaligen Redaktionscharts enthielten zum Beispiel gerade mal 25 Platten, die man noch locker nebenbei durchhören konnte. Zwar waren echte Perlen wie „Product Of Imagination“ (PARADOX, der damalige Spitzenreiter), „Priest Live“ (JUDAS PRIEST), „Suspended Sentence“ (SATAN), „Tribute“ (OZZY OSBOURNE/RANDY RHOADS), „Into The Pandemonium“ (CELTIC FROST), „Execution Guaranteed“ (RAGE), „Get Tough“ (BREAKER) oder „Scream Bloody Gore“ (DEATH) dabei, aber auch mancher Tiefflieger, den man schon nach dem ersten Probedurchlauf entsorgen durfte. Ganz vorne unter den Verlierern befand sich ein grauenhaftes Paket unserer Lieblings-Plattenfirma Metal Enterprises, die zeitgleich und ohne Gnade „Perlen“ wie BEAST, BLOWIN FREE, KILLER FOX, BLACK VIRGIN oder THRASH QUEEN vor die hard rockenden Säue pfefferte. Holgers verständlicherweise nicht ganz so euphorische Sammel-Kritik gipfelte in der Feststellung, daß derjenige, der »diese Platte (gemeint war Thrash Queen) kauft, wirklich der ABSOLUTE Verlierer« sei. Harter Tobak, Herr Stratmann! ...

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