RH #119Interview

W.A.S.P.

Verführte Kids, Gewürgte Girls & abgestochene Schweine

Nun sind sie also wieder vereint, die beiden Haudegen Blackie Lawless und Chris Holmes. Doch wer geglaubt hat, daß W.A.S.P. deswegen wieder so wie Mitte der Achtziger klingen würden, muß sich eines Besseren belehren lassen. Denn W.A.S.P. gehen mit der Zeit, spielen aber nicht wie einige andere Bands irgendwelche Alternative-Klamotten oder andere trendige Sounds. Nein, das neue Album „K.F.D.“ ist gnadenlos heavy, bombastisch, von den Songstrukturen her schon typisch W.A.S.P. - aber eben ganz anders produziert.

Blackie Lawless ist ein absoluter Vollprofi. Ruhig, souverän und geduldig beantwortet er die Fragen der Medienvertreter und läßt sich nicht anmerken, daß er krankheitsbedingt kurz vor dem Kollaps steht und später eine Aufbauspritze benötigt, um den Gig in der Hamburger Markthalle überhaupt durchzustehen. Und genau wie in den alten Tagen ist die ´97er W.A.S.P.-Show stark auf visuelle Effekte ausgerichtet. W.A.S.P. versuchen zu provozieren, die Grenzen des guten Geschmacks zu übertreten. Ob man das mag oder nicht, ist natürlich eine rein persönliche Entscheidung. Stellt sich die Frage, ob es von Anfang an klar war, daß W.A.S.P. nach der Rückkehr von Holmes wieder mit einer extremen Show auftreten würden.

"Das Wichtigste war zunächst, daß wir uns auf gar keinen Fall wiederholen und dasselbe wie in den Achtzigern machen wollten", stellt Lawless klar. "Andererseits erwarten die Fans natürlich, daß wir ihnen eine extravagante Show bieten, und wir wollten die Leute auf keinen...

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