RH #115Interview

MORGANA LEFAY

Flächenbrand im Fuselbus

Ganz schön wortkarg, diese Skandinavier. Normalerweise bedarf es immer erst einer gehörigen Menge Alkohol, bevor sich ihre Zungen so richtig lösen. MORGANA LEFAY-Basser Joakim Heder war beim Smalltalk mit unserem Anti-Alki Rensen jedoch stocknüchtern und plauderte trotzdem munter drauflos - allerdings erst nach einer kurzen Aufwärmphase...

Der Herr am anderen Ende der Leitung spricht recht langsam, stockt zwischendurch immer wieder und sucht nach den passenden Worten. Dabei ist er soeben lediglich gefragt worden, ob er und seine Bandkollegen immer noch im verschlafenen schwedischen Kuhkaff Bollnäs abschimmeln oder es endlich geschafft haben, in eine größere Stadt umzusiedeln.

"Hier in Bollnäs ist es verflucht langweilig", gibt Joakim gemächlich zu Protokoll. "Wir würden auch liebend gerne abhauen, aber unser Sänger will unbedingt bleiben. Deshalb hängen wir hier immer noch fest."

Was macht man denn so in einem winzigen Städtchen am Arsch der Welt?

"Nichts."

Nichts?

"Genau, nichts", bestätigt der Basser lakonisch. "Wir hängen einfach nur rum und spielen ab und zu Musik. Geschuftet wird nicht, weil wir alle arbeitslos sind."

Klingt nach reichlich Frust.

"Och, nach ein paar Jahren hast du dich daran gewöhnt. Du pennst bis zwei Uhr mittags, zischt ein Bierchen und schleppst dich irgendwann in den Proberaum."

Und wer bezahlt die Bierpaletten, die Fressalien und die Miete?

"Der Staat", erklärt Joakim mit einem Anflug von Stolz. "Jeder, der in Schweden ein Jahr gearbeitet...

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