RH #114Interview

GALLON DRUNK

Großstadtblues

Vor einigen Jahren wurden die Londoner, die allesamt aussehen, als wären sie Brüder von Nick Cave, von der Indiepresse hochgelobt. Doch mit dem Verlust ihres Plattendeals wurde es still um die Combo. Das soll sich nun mit “In The Long Still Night” ändern. Kennzeichen von GALLON DRUNK sind dunkle, groovige Sounds, die an die Stimmung alter französischer Krimis erinnern.

 

»Auf dieser Scheibe spielt die Gitarre eine dominante Rolle. Das kommt vielleicht daher, weil ich mir sehr intensiv die Platten der Stooges angehört habe, auf denen du einen großen James Brown-Einfluß spürst«, erklärt der Macher und Sänger von GALLON DRUNK, James Johnston.

»Nach dem Verlust unseres Vertrages habe ich einfach in meinem Beruf weitergearbeitet, den ich übrigens auch nie aufgegeben hatte. Ich verkaufe in einem Antiquariat alte Filmplakate, Magazine, Schallplatten und ähnlichen Krimskrams. Die Arbeit an sich ist leider ziemlich langweilig, weil du es oft mit richtigen Deppen zu tun hast. Erst vor kurzem mußte ich einen aus dem Laden werfen, weil er meinte, ich würde ihn übers Ohr hauen. Diese neumodischen Sammler mit ihren Plastiktüten, die zu Hause bei Muttern im Warmen in 70er-Jahre-Magazinen blättern, haben es nie geschafft, etwas Besonderes zu sein, und sind auch nie aus ihren vier Wänden herausgekommen.«

Ihm selbst haben solche Kunden den Spaß am Sammeln von alten Scheiben verdorben.

»Ich sehe mir jetzt lieber Filme wie “Secrets And Lies” von Mike Lee oder “A Woman Under Influence” von...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.

 
 

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen