RH #113Interview

ELEND

LUZIFERS ANWÄLTE

An die zwei Longplayer der österreichisch-französischen Formation ELEND, "Lecons de Tenebres" und "Les Tenebres du Dehors", kann man die normale Metal-Meßlatte nicht anlegen. Das zum Einsatz kommende Instrumentarium, E-Geige und Keyboards, und auch die Umsetzung der Songs dürften für die Hartwurstszene einmalig sein. Welche Kapelle schreibt schon für jedes Stück eine komplette Orchester-Partitur?

Obwohl die Band absolut nichts mit Satanismus am Hut hat - Renaud und Alexandre sind beide Atheisten, Eve Gabrielle ist gläubige Katholikin - fanden die LPs vor allem bei der Schwarzmetall-Fraktion Anklang.

»Als die erste Platte veröffentlicht wurde, war Black Metal gerade auf seinem Höhepunkt. Da unsere Stücke düster sind und einige Elemente beinhalten, die es in etwas anderer Art auch im Black Metal gibt, haben sie vor allem bei den Anhängern dieser Szene Gefallen gefunden,« erzählt Renaud, der damit nicht besonders glücklich ist. »Black Metal als Musik und die Ideologie, die dahinter steht, finde ich ziemlich peinlich, und es gefällt mir nicht besonders, wenn wir mißverstanden werden. Aber viele Fans sehen nur, daß in unseren Texten Luzifer vorkommt, den sie mit Satan gleichsetzen, und damit ist der Fall für sie erledigt.«

Das formale Konzept von ELEND beruht auf den drei Messen des "Officium Tenebarum" (Officium der Finsternis) der christlichen Liturgie, die eine Willkommenheißung des Lichtes und der Auferstehung Christi waren und vor allem im mittelalterlichen Frankreich an...

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