RH #110Interview

SATYRICON

Frauen, Duschgel, kalter Kaffee

Satyr tritt seinen Mitmenschen mit gespaltener Persönlichkeit gegenüber. Wenn der geschminkte Hüne, an dessen Gürtel ein Fahrtenmesser mit 20 Zentimeter langer Klinge baumelt, von der Bühne steigt, stiert er grimmig und ignoriert alles und jeden. Ist das Gesicht aber von seiner Schwarzweißtünche befreit, kommt ein höflicher, auskunftsbereiter junger Mann zu Vorschein.

Der Kopf von SATYRICON gilt als Egoist mit ausgeprägtem Hang zur Herrschsucht. Ehe er sich nach dem Konzert in Merkers bereit zeigt, meine Fragen zu beantworten, möchte er eine Stunde lang die Wand der Umkleidekabine anglotzen. Jede Viertelstunde schickt der Langhaarige einen seiner Musiker, die mir stets - wie zum Rapport - mitteilen: "Satyr ist noch nicht bereit." Eine Stunde später möchte Mr. S. noch duschen, mit seiner Freundin. Und auch das dauert eine Stunde. Doch dann kommt der Mann, den ich schon insgeheim verfluche, begrüßt mich ausgesprochen nett, stellt mir seine blonde Freundin vor und gibt sich völlig relaxt und umgänglich. Weg ist das Fahrtenmesser, und weg sind auch die Unmengen Patronengürtel. Aus dem Black Metal-Unhold ist ein nach Duschgel duftender Traum aller Schwiegermütter geworden.

Diesen Black Metal-Bastard teilweise ad acta gelegt hat Satyr nicht nur nach dem Gang in die Kabine, sondern auch mit seinem dritten Album "Nemesis Divina" (s.a. Review im letzten Heft), das auch Anhänger von Gothic- und Dark Metal ansprechen dürfte.

"Der alte Black Metal-Stoff der Achtziger, so möchte ich mal...

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