RH #109Interview

CRAWLEY

Voller Aggression auf Wolke sieben

Welche Form härtester Musik beschert uns das nächste Jahrhundert? Gesampelte Melodiefragmente? Cyber-Scheinwelt? Hat handgemachte Kopfmusik überhaupt eine fernere Zukunft? Sind zeitgenössische Bands in der Lage, in der morgigen Welt die heutige Begeisterung freizusetzen? Ich meine schon. Und ich meine auch, daß der Schweden-Vierer CRAWLEY zu diesen Auserkorenen zählen könnte.

 

Es ähnelt der Situation eines frisch Verliebten: Man sieht nur noch diese einzige Person, man erbaut sich unbewußt eine einseitige Gefühlswelt, nüchterne Realität schwindet dahin, der Blick für den Alltag wird getrübt. Musik kann ähnlich weltfremde, aber glücklicherweise weit weniger gefährliche Momente bewirken. Das durfte ich nach langer Zeit wieder einmal spüren. Dank CRAWLEY, einer Band, deren drittes Album "Territorial" mir den Flug auf die akustische Wolke sieben erlaubte - eine energetische Gefühlswallung, die nie selbstverständlich ist. Doch auch hier lauert - allerdings nur für die Band - Gefahr, die Gefahr eines tiefen Falls nach unten. Denn schon jetzt drängt sich die Frage auf, ob die Schweden ihre hoch angelegte Meßlatte, die rasante Mischung aus Thrash, Heavy Metal und Alternative, nochmals erreichen können.

"Wir sind uns bewußt, daß wir mit dem neuen Output ganze Arbeit geleistet haben, die nicht so einfach überboten werden kann", nimmt Sänger Joel Andersson den Spielball nicht ohne Stolz auf, schlüpft aber sofort in die Rolle des krittelnden Perfektionisten: "Das Optimum haben wir noch...

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