RH #107Interview

DRAIN

Nordische Exzesse

Wahrscheinlich sollten es mehr Frauenbands so machen wie DRAIN aus Schweden. Ihre Plattenfirma verschickte Tapes ohne Foto und ließ die Musik für sich sprechen. Ergebnis: Die musikalische Seite wird in den Rezensionen stärker hervorgehoben als das Geschlecht.

Wie die meisten Rockmusikerinnen sind auch DRAIN eine Ecke älter als ihre männlichen Kollegen, die ihr Debüt vorlegen.

"Keine Ahnung", meint Flavia. "Ich habe mit 13 Jahren das Gitarrespielen angefangen und zunächst sowas wie ´Wenn die bunten Fahnen wehen´ runtergenudelt."

Martina schüttelt ihre Fäuste und brüstet sich: "Ich habe mit 16 erstmals getrommelt!"

Bassistin Anna unterbricht sie lachend: "Dann hast du bestimmt erstmal deine Puppen vermöbelt. Ich finde es positiv, wenn man meint, wir seien eine Männercombo. Uns interessiert die Frauenfrage auch überhaupt nicht."

Wenn man sich die Scheibe “Horror Wrestling“ anhört, klingt Marias Gesang wirklich sehr dunkel, fast maskulin, angenehmerweise nie durchgedreht kreischig wie einige Punk-Shouterinnen oder die Courtney Loves dieser Welt.

"Ich schreibe die Texte immer auf den letzten Drücker, wenn ich verärgert oder traurig bin - niemals, wenn ich gute Laune habe. Dann feiere ich lieber eine wilde Party."

"Yeah, Party!" rufen die fröhlichen Schwedinnen unisono, obwohl so mancher Hotelbesitzer während ihrer Tournee mit Clawfinger wenig Sinn für nordische Exzesse aufbrachte.

"In einer Herberge haben sie uns sogar mal den Strom abgedreht, dafür morgens den Feueralarm...

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