RH #106Interview

MIOZÄN

Immer schön auf die Glocke

Wenn man sich vor Augen hält, was heutzutage alles unter dem HC-Banner verkauft wird, kommt man schnell zum Schluß, daß die Szene eine Band wie MIOZÄN bitter nötig hat.

Als hätte es den penetrant langweiligen NeoCore nie gegeben, prügeln sich MIOZÄN seit 1991 durch Songs, die die Frische und Energie der ersten amerikanischen HC-Explosion mühelos in die Mittneunziger teleportieren. Also keine Spur von Noise-Rock-getränktem ZeitlupenCore mit bedeutungsschwangeren Blabla-Lyrics, sondern immer schön auf die Glocke. Akustisch und verbal.

"Bei uns muß es einfach kurz und knapp sein", erzählt Bassist Frank.

"Wenn wir zu lange auf einem einzelnen Part herumreiten, wird es langweilig. Was wir in knappen zwei Minuten unterbringen, dehnen andere Gruppen aufs Doppelte aus."

Neben der musikalischen Langeweile vieler NeoCore-Acts ist Frank auch die mehr und mehr voranschreitende Entpolitisierung der neuen Bands zuwider.

"Viele junge Kids kommen durch die neueren Ami-Gruppen zum HC, wobei dann zwangsläufig die politische Ebene verlorengeht. Was kritische Texte betrifft, bleiben die auf Bruce-Springsteen-Niveau. Ich kann die New-school-Bands ohnehin kaum noch voneinander unterscheiden."

MIOZÄN nennen die Dinge beim Namen, geben sich zwar nicht übertrieben dogmatisch, prangern aber die gesellschaftlichen Mißstände direkt und ohne Gefasel an. Sei es der immerwährende Konflikt zwischen Herrschenden und “Beherrschten“, Obdachlosigkeit, oder das klassische Problem der Linken, sich zu sehr...

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