RH #105Interview

ALICE IN CHAINS

Aspirin und Hefeweizen

Die gesellschaftliche Depression in den USA hat ihren Sound gekürt: ALICE IN CHAINS stehen in den Billboard-Charts ganz oben. Wer sich per Radiopower zum Frühstück die zentnerschweren Riffs reinzieht, dürfte wohl kaum einen unbeschwerten Tag verleben. Schon gar nicht im verregneten Seattle. Eine gewagte These, die sich im Interview mit Gitarrist Jerry Cantrell zumindest teilweise bestätigen sollte.

 

Zu nachtschlafender Zeit Gespräche mit sensiblen Grunge-Stars zu führen, ist für die vom schweren Tagwerk geschaffte RH-Partei schwierig, besonders wenn ein Musiker durchs Rohr flötet: "Ach, ich bin auch müde und komme morgens nie aus den Federn. Meistens penne ich nicht vor Tagesanbruch ein. Das ziehe ich seit ungefähr zehn Jahren durch, und mein Körper hat sich daran gewöhnt. Was heißt, das ist nicht gesund? Ich schlafe doch den ganzen Tag, hahaha. In Seattle regnet es fast das ganze Jahr. Ich will mich jetzt nicht beschweren, weil ich das schlechte Wetter vermissen würde, wenn hier nur noch die Sonne runterknallt", spricht ein zurückhaltender Riffklopfer in seinen Hörer.

 

Kurz vor unserem Gespräch durfte ich mir minutenlang barocke Klänge aus der Telefonanlage seines Managements anhören. Eine Ehre, denn lange Zeit schwiegen die Herren, die da einst mit der Single ´We Die Young´ ihren internationalen Durchbruch feierten. Die mediale Öffentlichkeit mutmaßte bereits, daß ALICE IN CHAINS tatsächlich aufgrund von gravierenden Drogenproblemen das Zeitliche segnen könnten.

 

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