RH #103Interview

MACHINE HEAD

Geschwür am Hals

Wie sich inzwischen herumgesprochen haben dürfte, ist Drummer CHRIS KONTOS bei MACHINE HEAD rausgeflogen. Über die Gründe wurde viel spekuliert - nun nimmt er selbst exklusiv für ROCK HARD Stellung.

»Ich hatte bereits während der Europa-Tour gesundheitliche Probleme. Mein Hals war dick angeschwollen und mein Mund sehr trocken, was die Nahrungsaufnahme erheblich erschwerte. Meine Gesamtverfassung verschlechterte sich zusehends: Ich wurde immer schwächer und erbrach bei einer Show in Skandinavien sogar Blut. Die Ärzte gaben mir daraufhin eine Spritze und meinten, daß nun wieder alles okay sei. Vorübergehend ging es mir auch besser, so daß ich die Tour bis zum Ende durchstehen konnte. Kurz vor dem Donnington-Auftritt brach die Krankheit jedoch wieder aus - und zwar schlimmer denn je. Sie entwickelte sich in kürzester Zeit dermaßen dramatisch, daß sich ein tennisballgroßes Geschwür an meinem Hals bildete und ich in Folge dessen eine Blutvergiftung bekam. Mein Arzt meinte, daß sich durch Mineralienablagerungen Steine in einer meiner Speicheldrüsen gebildet hätten ("Sialolithiasis") und diese dringend entfernt werden müßten. Also rief ich Rob an und sagte ihm, daß ich nicht mit nach England fliegen könne. Er glaubte der Diagnose meines Arztes jedoch nicht und schleppte mich zu seinem eigenen, der jedoch genau dasselbe sagte. Trotz allem akzeptierte Rob meine Entscheidung nicht, obwohl ein zwölfstündiger Übersee-Flug ohne vorherige Operation unter Umständen lebensgefährlich hätte sein können. Nur weil er einmal mit lädiertem Rücken zu einer Show nach Brasilien geflogen ist und dabei eine Querschnittslähmung riskiert hat, muß ich nicht auch so verrückt sein. Meine Gesundheit ist mir wichtiger als die Band, obwohl ich all die Jahre für so eine Chance wie den Donnington-Auftritt gearbeitet habe. Das ist doch der Traum eines jeden Musikers! Rob brachte mir jedoch nur Unverständnis entgegen, obwohl ich ihm sogar noch einen Freund als Ersatz-Drummer empfahl, um den Gig zu retten. Was mich besonders enttäuscht hat, war das Desinteresse der Jungs an meinem Zustand. Keiner von ihnen hat sich nach der Rückkehr aus England bei mir gemeldet und sich erkundigt, wie es mir geht. Erst nach rund einer Woche rief mich Rob an - allerdings nur um mir zu sagen, daß ich aus der Band geflogen sei. Er hatte noch nicht einmal den Mut, mir diese Entscheidung von Angesicht zu Angesicht mitzuteilen. Dieses Ende war bitter.« ...

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