18.09.2017 16:35

Rock Hard Festival: Überarbeitete AGBs und Jugendschutz

Rock Hard Festival

Neue AGBs: Rock Hard Festival

Liebe Festivalbesucher,

aufgrund der Erfahrungen beim Rock Hard Festival 2017 haben wir unsere AGBs in puncto Kinder- & Jugendschutz überarbeitet. Einige Besucher hatten zu Recht moniert, dass hier keine Klarheit herrsche. Da wir uns aber nicht hinter juristisch formulierten Worten verschanzen wollen, hier noch einige erklärende Worte zu unserer Entscheidung.

Grundsätzlich gilt: Auf dem Rock Hard Festival sind Besucher aller Altersgruppen willkommen. Nicht umsonst stehen auf unserer Bühne Musiker sämtlicher Rock-Generationen. Es kommt vor, dass Musiker oder deren Angehörige ihre Kinder mitbringen. Wir sind deshalb auch nicht der Meinung, dass "Kinder auf einem Metal-Festival nichts zu suchen haben", wie man schon mal hört oder liest. Allerdings gibt es Grenzen. Es macht einen Unterschied, ob sich Kinder nur für eine Stunde auf dem Gelände aufhalten oder einen langen Tag. Ob sie sich hauptsächlich in geschützten Bereichen oder vor der Bühne aufhalten. Das Alter des Kindes spielt eine Rolle, der persönliche Entwicklungsstand, die Tagesform, die Betreuer oder Eltern.

Bislang hat unsere geschätzte Security u.a. die Aufgabe, Besuchern, bei denen Zweifel bestehen, dass sie die Veranstaltung unbeschadet überstehen oder die ein Sicherheitsrisiko darstellen, den Eintritt zu verweigern. Das kann desorientiert wirkende Erwachsene genauso treffen wie ängstlich wirkende Kinder. Für uns als Veranstalter ist es keine gute Nachricht, wenn wir Besuchern den bereits bezahlten Ticketpreis zurückerstatten müssen. Wir gehen daher davon aus, dass die Security oder das Gelände-Management, mit dem wir vertrauensvoll seit über zehn Jahren zusammenarbeiten, sich diese Entscheidung nicht leicht macht. 2017 sind vereinzelte Besucher abgewiesen worden. Ob zu Recht oder zu Unrecht, lässt sich im Nachhinein nicht mehr im Detail feststellen. Für die Betroffenen ist dies verständlicherweise ärgerlich.

Um solche unangenehmen Situationen in Zukunft auf ein Mindestmaß zu reduzieren, haben wir uns entschlossen, Kindern bis zum Alter von 7 Jahren den Zutritt zu verwehren. Damit zweifeln wir nicht an, dass unsere Fans Kinder großziehen können, die so ein Festival locker durchstehen können. Wir zweifeln auch nicht daran, dass die meisten Eltern ihre Aufsicht gewissenhaft handhaben, mussten aber leider auch schon krasse Gegenbeispiele erleben.

Wir halten es vor allem aus Sicherheitsgründen für nötig, dass Kinder sich im Not- oder Ernstfall selbstständig und klar verständigen können. Dazu kommt, dass wir keinerlei Einrichtungen für Kleinkinder oder gar Säuglinge wie Wickeltische oder Zonen für stillende Mütter auf dem Gelände haben. Und ganz ehrlich: Bei solchen Anfragen wundert man sich schon. Denn ja, natürlich ist es ein verdammt lautes, manchmal auch ganz schön wildes Musik-Festival. Kein idealer Ort für Kinder unter 7 Jahren.

Trotzdem möchte ich betonen, dass der Metal-Nachwuchs auf dem RHF selbstredend willkommen ist. Deshalb werden wir gleichzeitig den Versuch unternehmen, einen etwas familienfreundlicheren, ruhigeren Camping-Bereich einzurichten ("Camp Smart"). Machen wir uns nichts vor: Es gibt Fans, die ein bisschen Party schätzen, es gibt aber auch Leute, die irgendwann genug davon haben. Beide Parteien sind gerne unter sich. Warum also nicht?

Außerdem installieren wir ab 2018 einen Info-Point, der von allen Besuchern zur indirekten Kommunikation mit dem Festival-Management genutzt werden kann. Hier könnt ihr Beschwerden loswerden, Streitfragen klären, Probleme aufzeigen oder sicherheitsrelevante Hinweise geben. Bei einem Festival arbeiten so viele Menschen, dass man Pannen nie ausschließen kann. Mithilfe eurer Informationen können wir aber noch während des Festivals Abläufe ändern, Streitfälle schlichten oder im günstigsten Fall zügig Hilfestellung leisten.

Die geänderten Passagen in den AGBs sowie weitere Informationen findet ihr hier.

Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht und hoffen, im Sinne der Mehrzahl der Besucher gehandelt zu haben. Wir bedanken uns ausdrücklich für alle Hinweise (auch die Beschwerden) und werden uns weiterhin bemühen, das bestmögliche Festival für euch auf die Beine zu stellen.

Holger Stratmann (im Namen der Veranstaltungsleitung)