History2011

Ihr seid die Geilsten!

Zum dritten Mal konnten wir ein ausverkauftes Rock Hard Festival vermelden - auch wenn wir dieses Jahr nicht ganz so viel Glück mit dem Wetter hatten wie die letzten beiden Male. Aber was ist schon ein bisschen Regen angesichts einiger weltexklusiver, garantiert einzigartiger Konzerte und der überragenden Stimmung, die 7.500 Maniacs ins malerische Amphitheater gezaubert haben? Wir verneigen uns vor dem besten, fairsten und begeisterungsfähigsten Metal-Publikum, das man sich nur wünschen kann!

 

Freitag

Es ist sicher nicht der einfachste Job, als für die breite Masse doch eher unbekannte Band ein Festival zu eröffnen. Die Reaktionen des dann zumeist noch eher spärlich anwesenden Publikums reichen in der Regel von totalem Desinteresse bis hin zu permanentem „Slayööör!“-Gebrüll. Als CONTRADICTION den diesjährigen Festival-Reigen eröffnen, ist das Halbrund des Amphitheaters jedoch bereits recht ordentlich gefüllt. Und der straight böllernde Thrash Metal, der phonstark von der Bühne fegt, heizt die Vorfreude auf die kommenden Tage mehr als ordentlich an. Ohne viel Federlesen feuert die agile Truppe aus Wuppertal ein Thrash-Brett nach dem anderen gen Auditorium. Straightes Power-Riffing, amtliches Gebrüll - der bullige Fronter wirkt wie ein ungehaltener Pitbull mit extremem Bluthochdruck - und zwei bis drei melodischere Einlagen machen aus dem kurzweiligen Auftritt das nahezu perfekte Warm-up-Programm, bei dem zu Klassesongs wie ´The Warchitect´ oder ´Start The Action´ bereits erste Nackenmuskeln vorsichtig gestretcht werden.

Was nun folgt, ist das totale Kontrastprogramm. Und das nicht nur musikalisch. Zunächst witzelt Götz bei seiner Ansage der zwischenzeitlich nach Europa umgesiedelten Chilenen-Doomster PROCESSION noch über den April-Scherz eines Leserbriefschreibers, auf den die komplette Rock-Hard-Belegschaft hereingefallen war. Angeblich würde die Band zur Erzeugung einer angemessen düsteren Doom-Atmosphäre den Publikumsbereich vor der Bühne mittels einer riesigen schwarzen Plane amtlich verdunkeln... Nun ja. Allerdings stellt sich relativ schnell heraus, dass derart unkonventionelle Maßnahmen heute gar nicht nötig sind. Denn je länger die Band ihre majestätisch-düsteren Melodien und Riff-Kaskaden zelebriert, desto dunkler zieht sich der Himmel über dem Amphitheater zu. Ganz so, als hätten Procession den Wetterumschwung eigens bestellt. Immer stärkerer Regen setzt ein, Donner grollt düster und bedrohlich, und immer mehr Blitze zucken übers Firmament. Eine sehr beeindruckende Kulisse, vor der die drei Musiker stoisch und scheinbar unberührt ihre Songs zelebrieren und mit Klassenummern wie ´The Road To The Gravegarden´ oder ´Raven Of Disease´ eindrucksvoll demonstrieren, dass sie eine der besten Doombands der Gegenwart sind. Quasi selbstredend wird der letzte Takt eines tollen Gigs schließlich standesgemäß von einem finalen Blitzschlag begleitet. (as)

Unsere Ostberliner „Dynamit“-Helden POSTMORTEM sind in Sachen „Knüppel aus´m Sack“ die Tagessieger. Wer seinen Death Metal mit Vorschlaghammer-Groove bevorzugt, wird hier angenehmst plattgewalzt. Die Kombination aus monströs geilen Killer-Riffs und Rübenschwenker-Beat zwischen Midtempo-Druck und Thrash-Attacke ist auf internationalem Niveau. Manch bekannterer Act würde für Ungetüme wie ´Give Us Hate´ und ´Ghost Of The Warship´ töten. Dass die Hauptstädter trotz zweier Dekaden History und eines ca. 50 Quadratmeter großen, arenatauglichen Backdrops kommerziell weiterhin im Mittelfeld dümpeln, liegt eher an ihrem Kumpel-Image. Putz´ Ansagen sind z.B. immer wieder etwas spontan-schrullig. Warum er ´Chopped, Shredded And Grind To Meatballs´ allen angereisten Dortmunder Fans widmet, verstehe ich jedenfalls nicht wirklich. Im Laufe des Sets erarbeitet sich der Vierer die Extremisten-Fraktion des Publikums aber souverän, so dass der letzte Gruß von der Bühne definitiv Sinn ergibt: „Wir waren Postmortem, und ihr wart geil!“ (jj)

Es mutet schon leicht befremdlich an, wenn Alan Averill alias A.A. Nemtheanga mit weiß geschminktem Schädel und einem komplett „blutverschmierten“ weißen Unterhemd die Bühne betritt. Aber sobald die Band zu spielen beginnt, scheint alles zu passen, alles ineinander zu fließen, miteinander zu interagieren und dabei eine völlig einzigartige Atmosphäre zu erschaffen, die jeden, der sich willig darauf einlässt, komplett gefangen nimmt. Und das sind heute Abend verdammt viele. Wie ein Magier führt Alan das Publikum wort- und gestenreich durch das musikalische Universum von Primordial. Unterstützt wird er dabei von einer perfekt miteinander harmonierenden Band, die einen gleichsam flexiblen wie atmosphärisch dichten Soundteppich für Alans beeindruckend intensive, aber nicht immer tausendprozentig sattelfeste Gesangsperformance webt. Aber mal abgesehen davon, dass der Gesang bei Primordial eh schon immer unkonventioneller als bei anderen Bands war: Wer derart großartige Songperlen wie ´Empire Falls´, ´Coffin Ships´, ´As Rome Burns´, ´Lain With The Wolf´ oder das völlig geniale ´Bloodied Yet Unbowed´ im Repertoire hat, darf sich solcherlei minimale Schönheitsfehler gerne erlauben. Eine beeindruckende Show und eines der absoluten Highlights des gesamten Festivals! (as)

ENSLAVED und die Sonne - irgendwie mag diese Kombination nicht funktionieren. Die komplexen Wikinger-Frickeleien waren, sind und bleiben einsame Spitze, ihre gesamte Atmosphäre und Genialität zeigen sie allerdings eher auf Platte, im Dunkeln oder bei sehr kleinen, intimen Clubshows. Dabei ist es beim diesjährigen Auftritt nicht mal heiß. Im Gegenteil: Nachdem die Norweger noch stimmungsvoll mit dem ungewöhnlich direkten, absolut fantastischen ´Ethica Odini´ beginnen, zieht sich die Sonne nach wenigen Songs beleidigt zurück, und passend zu ´Lightning´ bricht schließlich die Wolkendecke. Den eingefleischten Enslaved-Fans macht der Wetterumschwung nichts. Die stehen ohnehin überdacht in den vorderen Reihen und begaffen mit staunendem Blick Ice Dale bei dessen Solo-Ausflügen. Die bis dahin noch interessiert Ausharrenden verflüchtigen sich bei den Wassermassen leider zu weiten Teilen und suchen Unterschlupf im Trockenen, während Enslaved unbeirrt ihren Set mit Songs wie ´Giants´ und ´Isa´ zum Abschluss bringen. Technisch ein einwandfreier Auftritt, dessen grundsätzliche Herausforderung durch das schlechte Wetter nicht unbedingt einfacher zu meistern war.

„Ugh!“ - das ist der erste Laut, den Tom G. Warrior aus seiner Kehle presst, als er unter frenetischem Beifall zahlloser Fans die Bühne betritt. Wirklich besser ist das Wetter auch beim Auftritt von TRIPTYKON nicht. Weil die Ränge mittlerweile pitschnass sind und immer wieder Regenschauer niederprasseln, wird es zunehmend kuschelig unter dem überdachten Bühnenbereich. Aber egal: Triptykon sind unfassbar heavy und bringen den Körper mit ihren massigen Bass-Attacken zum Vibrieren. Zur Auflockerung werden gleich zu Beginn u.a. die Celtic-Frost-Übernummern ´Procreation Of The Wicked´ und ´Circle Of The Tyrants´ aus den Boxen geprügelt, bevor es mit den Songs des Debütalbums hinab in den akustischen Abgrund geht. Reiseführer bei diesem düsteren Trip ist Tom G. Warrior. Das schwarze Make-up bis ans Kinn verlaufen, die Wollmütze knapp über die Augen gezogen, die blasse Haut strahlt angesichts der komplett schwarzen Kleidung durch die Dunkelheit - viel Bewegung ist da gar nicht nötig, um die Blicke auf sich zu ziehen. Zumal Sound und Toms Stimme in absoluter Hochform sind und die Band außerdem ein paar Schätze ausgegraben hat: Gleich drei Hellhammer-Songs, die nur hier und heute gespielt werden, haben sich in die Setlist eingeschlichen. Besser geht´s kaum! Selbst der strömende Regen gerät da in Vergessenheit. Durchnässt ist man nach diesem ersten Festivaltag ohnehin. (dg)

 

Samstag

Die Schweizer Melo-Deather DREAMSHADE eröffnen den Samstag. Die ohrenscheinlichen Dark-Tranquillity-Anhänger agieren auf Platte professionell, wenn auch austauschbar und ohne wirklich große Hooks. On stage wirken sie überraschenderweise sowohl optisch als auch musikalisch wie eine dieser Kapellen, die gerade den letzten Rest einer Metalcore-Vergangenheit abstreifen (das Stageacting von Fronter Iko, ein paar Beatdown-Reste und - auch wenn´s da mit dem Abstreifen schwieriger wird - diverse schreiend bunte Tattoos). Die Jungspunde (der Keyboarder blieb zu Hause, um für die Schule zu lernen) können mit ihren grazilen Beinen Stretchjeans tragen, ohne dass die Umgebung gleich Augenkrebs bekommt, haben immensen Spielspaß und gewinnen heute garantiert ein paar neue Fans. Iko sollte allerdings nicht ständig monoton die Gitarrenharmonien zubrüllen. Dass es in meinen Ohren klingt, als ob er ein paar Mal „Come on, Wacken!“ schreit, schiebe ich hingegen auf mein Schlafdefizit. (jj)

Dass bei den Fenriz-Faves IN SOLITUDE trotz der frühen Uhrzeit einiges los sein würde, war abzusehen. Mit „The World. The Flesh. The Devil“ hat das Quintett aus Uppsala erst kürzlich eine der besten Metalscheiben des Jahres veröffentlicht. Mit dem Gesang von Pelle Ahman kommt zwar nicht jeder klar; bei den zahlreichen Fans von Kim Bendix Petersen alias King Diamond vor der Bühne - darunter weite Teile des legendären Heavy Metal Fan Club Velbert - sorgt der Frontmann aber für Begeisterung. Zumal der Schwede kein Problem hat, die richtigen Töne zu treffen, Songs wie ´We Were Never Here´ ´To Her Darkness´ oder ´Faceless Mistress´ und ´Witches Sabbath´ vom Debüt wie ein herrlicher Bastard aus alten Iron Maiden und Mercyful Fate klingen und die Jungs ordentlich ihre Häupter schütteln. Auch auf die Gefahr hin, dass Götz wieder mit mir mötzt: Die Okkult-Metaller sind besser als die guten, in meinen und Fenriz´ Ohren letztlich aber etwas überbewerteten Hell. Hell yeah! (buf)

Da outet sich DISBELIEF-Sänger Jagger als treuer Rock-Hard-Leser seit Ausgabe 14, hat laut eigenen Angaben schon immer davon geträumt, auf unserem Festival zu spielen, und dann kackt erst mal die Technik ab, als die Südhessen mit ´A Place To Hide´ loslegen. Beim dazugehörigen Intro springt die CD, und vom eigentlichen Song hört man die ersten paar Minuten nicht viel. Glücklicherweise bekommen die Techniker das Problem in den Griff, und so kann die Extrem-Metal-Groove-Maschine langsam Fahrt aufnehmen. Arg gebeutelt durch personelle Aderlässe Anfang des Jahres, präsentiert sich das neue Line-up auf der Bühne ausgesprochen spielfreudig und bestens aufeinander abgestimmt. Der typische Disbelief-Groove wird auch im Amphitheater kraftvoll und präzise durch die Boxen gezimmert, Neu-Schlagzeuger Corny Althammer hat einen ordentlichen Wumms und treibt seine Vorderleute immer wieder an. Spätestens beim Bandklassiker ´Misery´ wippen tausende Körper und Köpfe im weiten Rund ekstatisch mit, hochemotionale und leidenschaftliche Musik funktioniert eben auch um drei Uhr nachmittags. Super! (ps)

Im Vorfeld gab es ein bisschen Genöle in unserem Online-Forum, dass EPICA mit ihrem sinfonischen Gothic Metal auf dem RHF die Arschkarte gezogen hätten. Besonders repräsentativ war die Meckerei nicht, denn vor der Bühne herrscht durchaus angenehme Fülle. Und berechtigt auch nicht: Die HolländerInnen um Zuckerschnute Simone Simons kitzeln ihrer Genre-Schublade immer wieder kleine Hits heraus. So mancher Echt-Metaller ist natürlich offiziell nur zum Frauangucken nach vorn gekommen („Ich muss auf jeden Fall checken, ob das in Wirklichkeit nicht ´ne 1,20 Meter große 500-Kilo-Braut ist!“). „Ausziehen!“, brüllen folgerichtig ein paar Typen. „Nein, danke!“, kontert die Sängerin souverän beim Anblick der Strategen. Musikalisch grenzen sich Epica bewusst von der Poppigkeit ihrer übermächtigen heimischen KollegInnen Within Temptation ab. Sie klingen heute recht kernig (es gibt tatsächlich ein paar Crowdsurfer), und die beiden Gitarristen feuern streckenweise doppelte Grunts ab. Dennoch werden die eingängigsten Passagen (der Refrain von ´Samadhi´, Simones mit einer Gänsehaut-Hook gesegneter Fave ´Unleashed´) am meisten gefeiert. „Jetzt kommt der Moment, auf den ihr alle gewartet habt: der letzte Song“, feixt die Frontfrau zum Schluss, weiß aber zu dem Zeitpunkt längst, dass einige tausend Zuschauer ganz anderer Meinung sind. Epica sind nicht Tagessieger, aber zumindest Tagesüberraschung. Es bangen mehr Heads als erwartet, und ein paar angenehme Erinnerungen für später im Schlafsack oder unter der Bettdecke kann man bei Bedarf ebenfalls mitnehmen. (jj) (Ferkel! - Red.)

Die schwedischen Rockschwengel von BULLET sind mittlerweile schon Stammgäste auf dem Rock Hard Festival und überzeugen auch bei ihrem dritten Auftritt auf ganzer Linie. Während sich Frontkehlchen Hell Hofer mit geballter Faust die Seele aus dem Leib kreischt, liefern sich die beiden Axtschwinger Hampus Klang und Eric Almström ein Gitarrenduell nach dem anderen und bieten mit ihrem aufeinander abgestimmten Synchron-Posing die perfekte Vorlage für die zahlreichen Luftgitarristen im Publikum. Die drei Lieder vom aktuellen Langeisen „Highway Pirates“ werden von den Besuchern genauso abgefeiert wie die älteren Stücke, wobei sich vor allem der Rock´n´Roll-Kracher ´Stay Wild´ als absolute Abrissbirne entpuppt. Weitere Höhepunkte sind die knackige Partyhymne ´Rambling Man´ und der Rausschmeißer ´Bite The Bullet´, zu denen die Crowdsurfer reihenweise über die Köpfe der Menge fliegen. Und während der fulminante Mix aus frühen Accept und AC/DC bei strahlendem Sonnenschein nach und nach immer mehr Leute anlockt, sieht man sogar Kollege Kaiser mit wippendem Fuß und locker den Kopf mitschwingend auf den oberen Rängen sitzen. Nach knapp 40 Minuten verabschieden sich die fünf schweißgebadeten Langhaarlümmel mit einer Gruppenumarmung und erhobenen Bierpullen von den Zuschauern, die sie mit hochgereckten Pommesgabeln und lauten „Bullet!“-Sprechchören in den wohlverdienten Feierabend schicken. Alles in allem eine gelungene Partysause am späten Nachmittag. (ls)

Mit viel Spannung wird der Auftritt der reformierten deutschen Death-Metal-Urgesteine MORGOTH erwartet. Nach den ersten Minuten ist sich der Verfasser dieser Zeilen noch nicht schlüssig, ob diese Reunion nun der Kategorie „wertvoll“ oder „überflüssig“ zuzuordnen ist. Sebastian Swart, Harry Busse, Frontmann Marc Grewe und den beiden Neuen Marc Reign und Sotirios Kelekidis merkt man an, dass sie in dieser Zusammensetzung noch nicht allzu lange (wieder) zusammenspielen. Das eher uneinheitliche Gesamtbild macht der Fünfer aber durch viel Leidenschaft wett, und schon nach kurzer Zeit scheint der Funke auch aufs Publikum überzuspringen. Anlass für die diesjährigen Reunion-Shows ist das 20-jährige Bestehen des wohl beliebtesten Morgoth-Albums „Cursed“, und angesichts toller Songs wie ´Isolated´ ist es nicht verwunderlich, dass der Circle-Pit vor der Bühne immer größer und wilder wird. Die Band ist sichtlich angestachelt von den Reaktionen und wird von Minute zu Minute besser. Spätestens beim Bandklassiker und heimlichen Hit ´Sold Baptism´ hat man das Publikum komplett auf seine Seite gezogen. Als dann auch noch die Songs vom meiner Meinung nach stärksten Morgoth-Album „Odium“ wie zum Beispiel ´Resistance´ zünden, gehen die Sauerländer mit enorm breiter Brust von der Bühne und dürften nur wenige Skeptiker zurücklassen. (ps)

Seit Kachelmanns Jörg nicht mehr das Wetter ansagt, kann man die tägliche Vorhersage in die Tonne kloppen. Spaß beiseite: AMORPHIS haben eine der drei, vier Arschkarten in diesem Jahr gezogen, denn bei den Finnen regnet es Katzen und Hunde, wie man auf der Insel so schön sagt. Gottlob lässt sich nach einem knappen halben Stündchen die Sonne nebst einem veritablen Regenbogen am Horizont blicken, so dass sich dann doch noch eine stattliche Meute im weiten Rund ansammelt, um den sphärischen Klängen der Nordlichter zu lauschen. Leider entfalten Hits wie ´Silver Bride´, ´Skyforger´ und ´House Of Sleep´, der „oldie but goldie“ ´Against Widows´ oder Songs vom aktuellen „The Beginning Of Times“-Opus (u.a. ´You I Need´, ´Three Words´‚ ´Crack In A Stone´) bei Tageslicht nicht ihre komplette Magie. Dafür lässt Frontmann Tomi Joutsen seine meterlangen Dreadlocks kreisen wie ein Bekloppter, und auch ansonsten merkt man Amorphis ihre gut 20-jährige Bühnenerfahrung in jeder Hinsicht an. Guter Gig! (buf)

Scheiden tut weh! Vor allem bei einem so grandiosen Sänger wie Matt Barlow, der sich viel zu früh aus seiner Rolle als Frontmann von ICED EARTH in die Rockrente verabschiedet. Kein Wunder, dass das ganze Amphitheater noch einmal kollektiv zu unsterblichen Klassikern wie ´The Hunter´, ´Watching Over Me´, ´I Died For You´, ´Travel In Stygian´ oder ´Burning Times´ abdreht. Die Stimmung ist nicht mehr zu überbieten, der Fanchor laut wie Hölle und die Gänsehaut dick. Kein Wunder, denn die Setlist ist definitiv Old School. An der allgemeinen Begeisterung kann auch der einsetzende Regen nix ändern, und trotz aller ´Melancholy´ überwiegt doch die Begeisterung über das präzise Riffing von Jon, den glasklaren Sound und Matts Wahnsinnsstimme. Mit ´Colors´ und ´Iced Earth´ ist dann leider schon Schluss, und allen wird schmerzlich bewusst, dass man diese Songs wahrscheinlich nie wieder so gut hören wird. Doch die Trauer wird vom Regen und alkoholischen Sturzfluten schnell weggespült, und so endet der Abend eines schönen Festivaltages in allgemeiner Bierseligkeit. (bc)

 

Sonntag

Zumindest am Sonntag ist der Wettergott den bislang immer wieder von Regengüssen geplagten Headbangern hold. Obwohl die Kondition vieler Besucher nach zwei ausgiebig genossenen Festivaltagen meist irgendwo auf Kellerniveau vor sich hin dümpelt, sind die Stufen des Amphitheaters um kurz vor zwölf überraschend gut gefüllt. Und das frühe Aufstehen hat sich in diesem Fall mehr als gelohnt, denn die niederländischen Frischlinge VANDERBUYST fetzen mit ihrer energiegeladenen Hardrock-Show mal eben so alles weg, was nicht bei drei im Rhein-Herne-Kanal schwimmt. Das Trio um den ehemaligen Powervice-Gitarrenhexer Willem Verbuyst, der immer wieder durch sein technisch versiertes Spiel heraussticht, sichert sich mit seinen Old-School-Granaten irgendwo zwischen UFO, MSG und Y&T eindeutig die Newcomer-Pole-Position in diesem Jahr. Gekrönt wird der Auftritt der Jungspunde von zwei blonden Background-Sängerinnen im Achtziger-Trash-Look, die für das groovende ´Devil´s Pie´ und die Ode an die Pornodarstellerin ´Traci Lords´ auf die Bühne kommen und mit ihrer kultverdächtigen Tina-Turner-Hommage die Stimmung auf den Siedepunkt bringen. Während die Klatschchöre der infizierten Zuschauerschar zum Abschlussknaller ´From Pillar To Post´ durchs Rund hallen, wirft sich Willem während des Gitarrensolos auf die Knie, schleudert dann sein Instrument am Gurt wie ein Lasso über dem Kopf und verdrischt es danach mit seinem Nietengürtel. Da können auch die nachfolgenden Enforcer nicht gegen anstinken! (ls)

Nachdem Bullet am Vortag souverän vorgelegt haben, gilt es nun für ENFORCER, im schwedischen Freundesduell nachzulegen. Und bevor es von Götz wieder ein Editorial gibt, einigen wir uns auf ein Unentschieden. Ärger bekommt - wenn überhaupt - Bruder Cle, der das Quartett als beste schwedische Band ansagt. Auch wenn man die Jungs schon beim KIT und auf der Tour mit ihren Landsleuten dieses Jahr mehrfach gesehen hat: Die authentische, unbändige, energiegeladene und schweißtreibende Spielfreude, das kontrollierte Bühnenchaos und Ohrwürmer wie ´Roll The Dice´, ´High Roller´, ´Into The Night´, ´Katana´ oder ´Take Me To Hell´ machen immer wieder Freude. Und weil ein solcher Auftritt nahezu Hochleistungssport ist, ist es kein Wunder, dass die Jungs so schlank sind. Positiv zu erwähnen ist auch, dass Frontmann Olof Wikstrand mit der Doppelbelastung Gesang und Gitarre immer besser zurechtkommt. Trotzdem: Als reiner Sänger könnte er für noch mehr Entertainment sorgen. Dass während des gesamten Auftritts die Jungs von Bullet begeistert am Bühnenrand stehen, spricht zudem für das brüderliche Verhältnis der Bands. Unabhängig davon schwächelt man nur wegen des dürftigen Sounds, und auch wenn man die große Bühne beherrscht: Die Truppe kommt in einem verschwitzten Club noch besser. Nachdem man sich in der ersten Jahreshälfte den Arsch abgespielt hat, sollte man die Energie dieser Shows mit ins Studio nehmen. (wk)

Dass ATLANTEAN KODEX eine verdammt geile Band sind, dürfte sich herumgesprochen haben, denn als die Bayern die Bühne betreten, recken sich ihnen verdammt viele Fäuste entgegen. Stücke wie ´From Shores Forsaken´ oder ´Pilgrim´ funktionieren erstaunlicherweise auch an einem heißen Open-Air-Tag genauso gut wie in einer dunklen Halle mit voller Lightshow. Schön zu sehen, wie Band und Publikum sich immer weiter gegenseitig zu Höchstleistungen anstacheln. Dabei beweisen die Jungs um Gitarrist Manuel Trummer auch durchaus Mut zur Ironie und streuen gekonnt Manowar-Zitate (´Battle Hymn´) ein, was für den einen oder anderen Lacher sorgt. Der absolute Höhepunkt des Auftritts ist allerdings die Bandhymne ´Atlantean Kodex´, deren Refrain vom Publikum immer wieder leidenschaftlich aufgenommen wird. Klasse Auftritt! (bc)

Von Götz werden sie als eine der besten deutschen Heavy-Metal-Bands angekündigt, und einmal mehr werden METAL INQUISITOR den Vorschusslorbeeren gerecht. Nach dem Auftritt 2007 ist einiges passiert: Basserwechsel, Haircut bei El Rojo, Album des Monats im Rock Hard letztes Jahr - und nun nicht mehr der Opener-Slot, sondern eine solide Mittelfeldposition. Zwar sind dieses Jahr keine NWOBHM-Veteranen im Billing, das Quintett versprüht aber gewohnt souverän den Spirit der Heavy-Metal-Gründungsjahre, so dass der Auftritt fast einer Zeitreise in die frühen Achtziger gleichkommt, die niemanden kalt lässt. Lediglich durch die deutschsprachigen Ansagen wird man wieder daran erinnert, dass die Herren aus Koblenz und der Gegenwart stammen. Gerade mit der Publikumskommunikation und dem rheinischen Humor ihres Frontmanns, der die gerechtfertigten euphorischen Publikumsreaktionen kaum fassen kann, punktet man neben der Musik. Blickfang sind allerdings die weißen Stiefel von Gitarrist Blumi, die fernab des guten Geschmacks liegen und damit in krassem Widerspruch zum hochkarätigen Songmaterial stehen. (Wie bitte??? Das sind total geile Biff/Lemmy-Gedenkstiefel! - Red.) Letztlich ein überzeugender Auftritt, der eindrucksvoll demonstriert, wie prächtig sich die Truppe über die Jahre entwickelt hat und wie zeitlos klassischer Heavy Metal sein kann. (wk)

Dass der Auftritt von ANACRUSIS im letzten Jahr beim Keep It True nicht zu übertreffen sein würde, darüber waren sich viele Fans der Prog-Thrasher aus St. Louis schon im Vorfeld einig. Trotzdem: Auch der Gig im Amphitheater ist spielerisch der Wahn in Tüten, obwohl Original-Gitarrist Kevin Heidbreder von Mike Henricks ersetzt werden muss. Für Anacrusis-Maniacs ist Henricks jedoch ein alter Bekannter, der Anfang der Neunziger u.a. für die Videos von ´I Love The World´ (cooles New-Model-Army-Cover!) und ´Sound The Alarm´ (beide Songs stehen auch heute auf der Setlist) verantwortlich zeichnete. Zocken kann Henricks also auch ganz prächtig, es sind jedoch wieder mal die Fähigkeiten von Sänger/Gitarrist Kenn Nardi, die für Maulsperren sorgen. Diese Technik, diese Schreie, diese Melodien! Der Schwerpunkt des Sets liegt logischerweise auf den beiden Meilensteinen „Manic Impressions“ und „Screams And Whispers“, mit ´Terrified´ und ´Butcher´s Block´ werden aber auch die ersten beiden Alben gewürdigt. Etwas enttäuschend ist der Zuschauerzuspruch direkt vor der Bühne, aber erstens haben es progressive Bands in Gelsenkirchen ohnehin schwer, und zweitens sind Anacrusis-Songs für Uneingeweihte schon verdammt harte Kost. Oder ob es doch an Mike Owens T-Shirt gelegen hat, mit dem sich der Drummer ganz Portnoy-like schamlos bei einem örtlichen Vorort-Fußballclub anbiedert? Fazit: Sehr geil, aber nicht Kult! (mbo)

Nach dem großartigen Gig beim Keep It True, bei dem Carl Alberts Sohn Kevin eine unter die Haut gehende Glanzleistung als Gastsänger ablieferte, ist es schwer für VICIOUS RUMORS, hier noch einen draufzusetzen. Obwohl sie extra fünf Minuten früher anfangen, um einen Song mehr spielen zu können (sehr löblich!), gelingt das auch nicht ganz. Insbesondere der neue Sänger Brian Allen kann sich jedoch als alleiniger Frontmann deutlich besser in Szene setzen und erweist sich als echter Gewinn. Mit seiner optischen Mischung aus Krusty The Clown und unserem Ronny Bittner sowie seiner äußerst theatralischen Gestik wirkt er zunächst mal etwas gewöhnungsbedürftig, ist dabei aber durchaus charismatisch und stets unterhaltsam - Stichwort: Crowdsurfing-Einlage. Überdies singt er auch bei den extremen Höhen souverän und lebt die Musik mit sichtbarer Leidenschaft. Auch der Rest der Band wirkt hochmotiviert und wuchert mit einer Best-of-Setlist, die kaum Wünsche offen lässt: ´Digital Dictator´, ´Minute To Kill´, ´On The Edge´, ´Abandoned´, ´Soldiers Of The Night´, ´Don´t Wait For Me´ - so muss das sein!

Obwohl OVERKILL als vorletzte Band des Tages auf die Bühne gehen, sind sie gemessen am Publikumszuspruch eindeutig der Headliner. Der komplette Platz vor der Bühne inklusive der Rundgänge ist rappelvoll, und auch auf den Rängen sind keine Lücken mehr auszumachen. Ab dem ersten Song bildet sich unaufgefordert ein Moshpit, und die Crowdsurfer purzeln reihenweise in den Graben, wo sie von der nervenstarken Weltklasse-Security immer noch freundlich empfangen werden. Die Band ist ja schon seit einigen Monaten auf Tour und dementsprechend gut eingespielt. Neben den vielen Standards wie ´Rotten To The Core´, ´Elimination´ und ´Fuck You´ holen der wie immer vor Energie nur so strotzende Bobby Blitz und seine Mannen aber auch alte Songs aus der Versenkung, die nur äußerst selten bis gar nicht live zum Zuge kommen. Besonders bemerkenswert: das 1981er Frühwerk ´Death Rider´ sowie die Doom-Walze ´Skullcrusher´, die viel Dynamik ins Spiel bringt. Ein Triumphzug! (ms)

Anschließend ist es Zeit für das Karaoke-Finale: Zu den Gewinnern gehört diesmal auch eine Dame, die manch aufmerksamer Betrachter mit fotografischem Gedächtnis bereits an ihrem Dekolleté erkennt: Maras Ausschnitt zierte den Titel von Rock Hard 284. Eben noch gesichtslos auf dem Titel des Heftes, jetzt schon auf der Bühne: Gemeinsam mit Freundin Betty singt die Dortmunderin ´Watching Over Me´ von Iced Earth. Dem einen oder anderen schiefen Ton zum Trotz ist die Laune - wie schon am Vorabend, als Iced Earth selbst den Song spielten - sofort auf 180. Und apropos Iced Earth: Den eigenen Song als Duett von zwei Damen zu hören, das lässt sich auch Jon Schaffer nicht entgehen, der plötzlich im Fotograben auftaucht, breit grinst und anerkennend nickt.

Ein Grinsen aufs Gesicht aller Anwesenden zaubert anschließend der zweite Gewinner Paul. „Schon immer“ sei er Iron-Maiden-Fan. „Schon immer“ bedeutet in diesem Fall ganze elf Jahre. Ein richtiger Metal-Knirps steht dort auf der Bühne und schwenkt im Trooper-Stil die britische Flagge. Die Herzen der Besucher gewinnt der kleine Paul binnen weniger Sekunden. Wie ein lauter Sturm tobt auf einmal das Amphitheater, als er die ersten Zeilen von ´Fear Of The Dark´ singt und dabei den Dickinson inklusive der eingebauten Live-Ansagen („now: you!“) zum Besten gibt. „Oooh, so einen will ich auch“, schmachtet eine Dame auf den Rängen, und auch Götz hat ein väterliches Grinsen auf den Lippen. Mal sehen, wie viele kleine Metal-Knirpse neun Monate nach dem Rock Hard Festival das Licht der Welt erblicken... Und was Paul angeht: Der ist schon jetzt ein kleiner Superstar. (dg)

Baggern lohnt sich: Nach jahrelangem Werben haben es auch DOWN endlich ins Amphitheater geschafft. Doch der Headliner-Gig der lässigen Louisiana-Crew stößt nicht auf uneingeschränkte Begeisterung, was vor allem an Phil Anselmo liegt. Die Art und Weise des sympathischen Prolls geht manchem Fan etwas quer. Zugegeben, die Zeit für Anselmos polternde Ansagen, Huldigungen und Späßchen hätten Down locker noch für ein paar zusätzliche Songs nutzen können. Wenn sie dann endlich Gas geben, schwappen mächtige Energiewellen von der Bühne ins Publikum und wieder zurück. Anselmo brüllt, singt, rotzt und pöbelt in einer Tour. Von den Rückenproblemen vergangener Tage ist fast nichts mehr zu spüren. Kleiner Wermutstropfen: Wie im Vorfeld angekündigt, ist Rex Brown nicht mit von der Partie. Er wird jedoch von Crowbar-Bassist Patrick Bruders bestens ersetzt. Zusammen mit Drummer Jimmy Bower bildet er das bombensichere Fundament für die mächtigen Riff-Kathedralen von Kirk Windstein (feines Old-School-Accept-Shirt!) und Pepper Keenan. Das bahnbrechende Debüt gibt´s quasi komplett (besonders heavy: ´Pillars Of Eternity´), dazu drei Stücke von „Down II“, das aktuelle Album wird jedoch völlig ausgeklammert. Am Ende von ´Bury Me In Smoke´ übernehmen die Roadies nach und nach die Instrumente, während sich die Band als geisterhafte Silhouette am Rand der nebelverhangenen Bühne von den Fans verabschiedet. „Ghosts along the Rhein-Herne-Kanal“ - Gänsehaut! (mbo)

 

Vom Rock Hard Festival berichteten: Andreas Stappert (as), Jan Jaedike (jj), Dorian Gorr (dg), Buffo (buf), Patrick Schmidt (ps), Lisa Stegner (ls), Bruder Cle (bc), Wolfram Küper (wk), Mike Borrink (mbo) & Marcus Schleutermann (ms)

Wir bedanken uns beim gesamten Team, allen Mitarbeitern, unseren Praktikanten und unserer Security für einen unglaublich geilen Job. Ihr seid die halbe Miete, Freunde!

 

Randnotizen

  • »Was?!? Bei euch im Heft stand, ich sei beim Osnabrück-Gig besoffen gewesen?«, spielte VICIOUS RUMORS-Gesangswunder Brian Allen den Empörten. »Ich habe das Sorgerecht für meine drei Kinder, was mich leider gleich wieder an meine Ex-Frau denken lässt, diese verdammte Bitch (er tritt symbolisch in die Luft - jj). Außerdem arbeite ich als Busfahrer. Ich darf also gar nicht viel trinken. In Europa ist das allerdings zugegebenermaßen anders. Bei euch hält einem ja ständig jemand Fusel ins Gesicht. Und nach drei Shots bin ich blau.«
    Brian ist außerdem bekennender Schwarzmetall-Fan: »Als ich 1997 zur Army ging, war Black Metal mein Anti-Grunge-Serum«, berichtete der Träger einer Kutte mit Marduk-, Immortal- und Burzum-Patches und Kumpel der Watain-Jungs. »Watain verstehen zwar nicht, warum ich sie so toll finde, und meinen immer nur: „Ey, du singst doch in ´ner Power-Metal-Band!“ Aber wir hängen gern auf Festivals ab und legen am liebsten Feuer in irgendwelchen Zelten.« Diesem Hobby ging Brian auf dem RHF glücklicherweise nicht nach. (jj)
  • ENSLAVED-Sänger Grutle entpuppte sich als Scherzbold, als ein ahnungsloser Fan ihm bei der Autogrammstunde die Primordial-Seite des Programmheftes hinhielt - fest davon ausgehend, dass er es gerade mit Musikern von Primordial zu tun hat. Weder die Tatsache, dass keiner der Enslaved-Jungs auch nur entfernt nach Alan Averill aussieht, noch das von Grutle mit skeptischer Miene und hochgezogener Augenbraue geäußerte „Primordial? Seriously?“ brachten den eifrigen Autogrammsammler auf die Idee, dass er sich in der Uhrzeit geirrt hatte. Die Gelegenheit packte Grutle beim Schopf, unterschrieb kurzerhand breit grinsend mit „Älan“ auf der Primordial-Seite und malte anschließend unter schallendem Gelächter einen großen Penis daneben. Danach wurde umgeblättert, und die einzelnen Enslaved-Musiker signierten die eigentlich dafür vorgesehene Seite. (dg)
  • Nachdem VICIOUS RUMORS-Stimmakrobat Brian Allen gleich zweimal zum Crowdsurfing in die Menge gesprungen war, suchte auch Bandsenior Geoff Thorpe engeren Zuschauerkontakt und warf mal eben seine Dimebag-Darrell-Signature-Klampfe von der Bühne. »Die Show auf eurem Festival war wahnsinnig geil und ein unvergesslicher Abschluss unserer Europatour, so dass mein Adrenalinpegel förmlich explodierte«, lachte er nach der Show über die Aktion. »Ich hatte einen kompletten Blackout und schleuderte die Gitarre einfach über den Graben. Zum Glück kam das einem der Securityleute komisch vor, und er holte das Ding zurück.« Das lange Gesicht des Fans, der den edlen Sechssaiter zunächst einsackte, hat sich hoffentlich schnell wieder entspannt. (jj)