Vorwort

Vorwort 21.10.2015

Vorwort

Mahlzeit!

Der Prophet gilt im eigenen Lande nichts, und das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite des Zauns. Kennt man aus anderen Zusammenhängen, trifft aber glücklicherweise nicht auf Metal-Bands aus den Proberäumen zwischen Flensburg und Passau zu. Während viele irre hippe Subkulturen ständig mit einem Auge über den großen Teich oder zumindest den Ärmelkanal schielen und irgendwann wegen Klüsenfehlstellung chronische Kopfschmerzen und Identitätsfindungsstörungen bekommen, hat die hiesige Metal-Gemeinde ihre einheimischen Gruppen immer mit dem ihnen gebührenden Respekt behandelt. Und im Ausland liebt man den Sauerkraut-Stahl ja eh schon seit den Scorpions und Accept. Schwermetall „made in Germany“ ist nicht nur auf der Maloche ein globales Gütesiegel, sondern auch in der Welt der verzerrten Gitarren und ständig durchgekloppten Drum-Felle.

Daher widmen wir uns in der diesmonatigen Titelgeschichte ausführlich dem Phänomen German Metal, das nach all den Jahrzehnten immer noch nichts von seiner Strahlkraft verloren hat. Mit Kai Hansen, Hansi Kürsch und Tobias Sammet laden wir die Aushängeschilder dreier Generationen Teutonen-Lärm  zur großen Gesprächsrunde in unsere Redaktionshallen, reichen leckere Getränke, machen ein spaßiges Foto-Shooting und lassen das Trio in epischer Breite – fast drei Stunden – über mehr als 30 Jahre „Mäddel“ diskutieren und fachsimpeln. Als Sahnehäubchen steuert der ausgewiesene Schäferhund-Metal-Fan Maik Weichert (Heaven Shall Burn) ein lesenswertes Vorwort bei, und wir packen noch einen von der Metal Queen höchstselbst kommentierten Doro/Warlock-Seziertisch obendrauf, entstauben rare Kultfotos und lassen Herrn Kaiser seine Katakomben nach Gutem aus deutschen Landen durchforsten.

Falls ihr euch wundern solltet, dass das Special ganz ohne die üblichen Thrash-Verdächtigen wie Kreator, Destruction, Sodom und Tankard auskommt: Teutonic Thrash ist eine so enorm wichtige, eigenständige und große Schublade, dass wir sie bewusst ausgeklammert haben, weil wir dem Genre im Rahmen dieser Story unmöglich hätten gerecht werden können. Dazu braucht es irgendwann mal ein eigenes, mindestens genauso dickes Special.

Autor:
Michael Rensen

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