09.02.2011, 11:35

The Who-Bassist gestorben

John Entwistle, Bassist der britischen Rock-Legende THE WHO, ist am 27. Juni tot in seinem Hotelzimmer in Las Vegas aufgefunden worden. Laut eines Sprechers des Clark County Coroner´s Office starb Entwistle (57) im Schlaf an einer Herzattacke.

John Alec „The Ox“ Entwistle wurde am 9. Oktober 1944 in Cheswick geboren und spielte schon früh in lokalen Bands. 1961 stieg er bei den Detours ein, die sich 1964 in The High Numbers und schließlich The Who umbenannten. Schon mit ihrer ersten Single ´I Can‘t Explain´ avancierten The Who zu Superstars. Bis 1978, als Drummer Keith Moon an einem tödlichen Cocktail aus Alkohol und Schlaftabletten starb, veröffentlichten Roger Daltrey (v.), Pete Townshend (g.), Entwistle und Moon zahlreiche Multi-Platin-Alben wie „My Generation“ (´65), „Tommy“ (´69), „Live At Leeds“ (´70), „Who´s Next“ (´71) und „Quadrophenia“ (´73), die neue Maßstäbe im harten Rockbereich setzten. Zeitlose Überhits wie ´My Generation´, ´Pinball Wizard´ oder ´I‘m Free´ sind bis heute für Tausende von Rock- und Metalbands ein wichtiger Einfluss. Zu Entwistles bekanntesten Who-Songs gehören ´Boris The Spider´, ´My Wife´ (bei beiden singt er die Leadvocals), ´Doctor, Doctor´, ´Heaven And Hell´, ´905´ und ´Fiddle About´. Live steckte der Ruhepol der Band, der Anfang der Sechziger als erster Musiker überhaupt einen Marshall-Amp benutzte, häufig in einem Ganzkörper-Skelettkostüm und verblüffte das Publikum mit rasend schnellen, ebenso harten wie präzisen Melodieläufen, die ihn zu einem der wichtigsten, besten und innovativsten Basser im Rockbereich machten. In den Siebzigern und frühen Achtzigern brachte Entwistle fünf Soloalben heraus.

Nach Moons Tod veröffentlichten The Who noch zwei LPs mit Ex-Small Faces-Drummer Kenny Jones, bevor man 1983 einen Schlussstrich zog und nur noch sporadisch live auftrat. Erst Ende der Neunziger tourten The Who wieder regelmäßiger. Einen Tag nach Entwistles Tod wollten die Briten mit Drummer Zak Starkey zu einer US-Tour aufbrechen, und sogar ein neues Studioalbum war in Planung.

Zahlreiche Musikerkollegen äußerten sich tief betroffen über Entwistles Tod. Als eines von unzähligen Internet-Postings hier das Statement von ANTHRAX-Gitarrist Scott Ian:

»Ich war völlig geschockt, als ich erfuhr, dass The Ox gestorben ist. Er war ein Gigant, der einflussreichste Basser unserer Zeit. Seine stoische Gelassenheit bildete die Antithese zu Moons Irrsinn, Townshends Zügellosigkeit und Daltreys Glamour. Ich wollte mir diese lebenden Legenden am nächsten Wochenende in L.A. anschauen. Johns Vermächtnis wird ewig leben; er war es, der die wahrscheinlich größte Rockband aller Zeiten auf dem Boden hielt. Ich hör´ mir jetzt ´Boris The Spider´ an und trinke ein Guinness...« Rest in peace, John!

Autor:
Kirsten Seubert

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