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System Of A Down

Serj Tankian (r.) redet Klartext über System Of A Down

News 13.07.2018, 11:55

System Of A Down: Serj Tankian veröffentlicht umfassendes Statement zur Situation der Band

SYSTEM OF A DOWN-Frontmann Serj Tankian hat sich in einem umfangreichen Statement zur derzeitigen Situation der Band geäußert und welche internen Differenzen ein neues Album verhindern würden. Tankians Äußerung folgt auf die Behauptung seines Bandkollegen Daron Malakian, dass der Sänger die Versuche, ein neues Studioalbum aufzunehmen, behindern würde. Den aktuellsten SYSTEM OF A DOWN-Output markieren die beiden Studioalben "Mezmerize" und "Hypnotize", die im Jahr 2005 erschienen sind. Der umfangreiche Facebook-Post des SYSTEM OF A DOWN-Sängers liest sich in großen Teilen folgendermaßen:

"Ich werde versuchen, die Dinge um unser aller Willen ein für allemal klarzustellen und hoffe, damit niemanden zu verunglimpfen. Es ist wahr, dass ich, und damit meine ich mich alleine, für den SOAD-Hiatus im Jahr 2006 verantwortlich bin. Alle anderen wollten im selben Tempo mit dem Touren und weiteren Alben weitermachen. Ich nicht. Warum? Das hat mehrere Gründe:

1. Künstlerisch: Ich war immer der Meinung, dass es künstlerisch überflüssig ist, die selbe Sache mit den selben Leuten immer und immer wieder zu machen, sogar für eine dynamische Formation wie uns. Zu dieser Zeit spürte ich, dass ich eine kleine Auszeit nötig hatte, um mich auf meine eigene Arbeit zu konzentrieren. Ich rechnete nicht damit, den Prozess mit der Band zu einem späteren Zeitpunkt erneut ins Rollen zu bringen.

2. Gleichmacherei: In unseren Anfangszeiten wurden der kreative Input und das finanzielle Einkommen gleichberechtigt innerhalb der Band verteilt. Zu der Zeit, als wir "Mezmerize"/"Hypnotize" veröffentlichen, sahen wir uns mit der genau entgegengesetzten Situation konfrontiert, dass Daron sowohl den kreativen Prozess, als auch den Löwenanteil der Veröffentlichungen kontrollierte. Ganz abgesehen davon, dass er auch der einzige sein wollte, der sich der Presse stellt.

3. Ich wollte die Band vor "Mezmerize"/"Hypnotize" aus eben diesen aufkeimenden Gründen verlassen. Das ist auch der Grund, warum ich persönlich keinen starken Bezug zu diesen Alben habe. Es gab Songs, die ich einbringen wollte, woran ich allerdings durch uneingelöste Versprechen gehindert wurde. Hinzu kommt meine eigene Passivität zu diesem Zeitpunkt.

Die Zeit verging und wir alle zogen unser eigenes Ding durch. Meine Solokarriere gab mir Zuversicht als Songwriter und Komponist, um SOAD von einer Position der Stärke aus neu aufzugreifen. Zunächst nur, um zu touren und die Gesellschaft der anderen zu genießen, was wir auch getan haben und noch immer tun.

Ich wusste, dass sie ein Album aufnehmen wollten, aber mit Blick auf die Vergangenheit zögerte ich. Von Zeit zu Zeit gab es emotional-aufgeladene Ausbrüche von einigen Bandmitgliedern, die mich meistens für die Inaktivität der Band verantwortlich machten.

Nach einer langen Zeit des Nachdenkens und Entwickelns, ging ich vor ungefähr zwei Jahren mit einem Vorschlag auf die Jungs zu, wie wir als Band fortfahren könnten. Ich wollte die Fehler der Vergangenheit beheben und einen Weg finden, wie wir alle glücklich werden könnten. Also schlug ich Folgendes vor:

1. Gleichberechtigter kreativer Input: Zu diesem Zeitpunkt hatte ich fünf meiner eigenen Alben veröffentlicht und mich als Songwriter musikalisch verbessert. Daron wiederum war als Texter besser geworden. Also schlug ich vor, dass jeder von uns sechs Songs anbringen sollte, die alle Bandmitglieder vollständig anerkennen und bearbeiten würden, zusammen mit Songs oder Riffs von Shavo.

2. Gleichberechtigte Aufteilung der Veröffentlichungen: Ich persönlich bin der Meinung, dass eine Band eine gleichberechtigte Partnerschaft verkörpert und die Finanzen dies widerspiegeln sollten.

3. Director's Cut: Wer auch immer einen Song geschrieben hat, trifft die letzte Entscheidung, nachdem er alle Arten von Ideen von Allen in der Gruppe zur Kenntniss genommen hat. Ich entschied mich dafür, nachdem ich in der Vergangenheit einen Song eingebracht hätte, der sich schließlich in eine komplett unerwünschte Version verwandelt hätte, die ich selbst von allen Überlegungen zurückziehen würde.

4. Ein neues Konzept oder Thema entwickeln, damit es nicht nur ein Album, sondern eine Erfahrung wird.

Schlussendlich musste ich einen Schlusstrich ziehen, weil ich wusste, dass ich niemals glücklich sein könnte, wenn ich zu dem Zeitpunkt zurückkehren würde, wie die Dinge innerhalb der Band damals abgelaufen sind. Und nachdem wir uns in all diesen Punkten nicht auf Augenhöhe begegnen konnten, haben wir uns dafür entschieden, den Gedanken eines gemeinsamen Albums vorerst beiseite zu legen.

Ich bedauere lediglich die Tatsache, dass wir alle zusammen nicht dazu in der Lage waren, euch ein weiteres SOAD-Album zu bieten. Dafür möchte ich mich entschuldigen.

Danke für's Lesen."

Autor:
Onlineredaktion

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