Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 22.10.2014

VORTEX , OSTROGOTH , HEAVENWARD , BATTLEROAR , AIR RAID , FIREFORCE , STEELCLAD , JACK STARR's BURNING STARR , RAM - SWORDBROTHERS FESTIVAL 2014

„The Final Battle“ - dieses Motto stand über dem diesjährigen Swordbrothers Festival, denn es sollte die 13. und letzte Veranstaltung dieser Reihe sein. Zum Abschluss wurden noch mal einige scharfe Schwerter gezückt, und etwa 430 Metaller kamen, um mitzukämpfen.

STEELCLAD sind die passende Eröffnung: Ketten umschlingen den Mikroständer, während der Bassist mit den metallischen Accessoires auf seiner Hose wie eine wandelnde, silbern glänzende Bienenwabe aussieht. Musikalisch sind 40 Minuten traditioneller Stahl angesagt, die mit einer gerissenen Saite und einer Dudelsack-Einlage zu Ende gehen.

FIREFORCE legen ein bewegungsreiches Stage-Acting an den Tag und suchen verstärkt den Kontakt zum Publikum. Zudem fahren die Belgier mehr Bühnendeko als alle anderen Bands zusammen auf, denn zu einem riesigen Backdrop kommen zwei Aufsteller vor den Gitarrenboxen, die die Kurzform des Bandlogos präsentieren. Zudem schweben in luftiger Höhe zwei Kettenköter mit rot glühenden Augen, die Bühnennebel aus ihren Rachen ausstoßen.

Welchen Ruf die Jungspunde AIR RAID bereits genießen, sieht man daran, dass das Publikum nun erstmals direkt bis zur Bühne vorrückt. Die große Unbekannte ist der neue Sänger Arthur W. Andersson, der jedoch sowohl stimmlich als auch von seinem Auftreten her ein gutes Bild abgibt. Die neuen Songs überzeugen ebenfalls rundum, so dass Air Raid zu den Highlights des Festivals zählen. Nur ´Night Of The Blade´ von Tokyo Blade hätte nicht unbedingt sein müssen. Ich hätte lieber noch eine Eigenkomposition vom „Night Of The Blade“-Album gehört.

Warum in aller Welt spricht der Frontmann einer Band aus Krefeld Englisch mit dem Publikum? Ganz einfach: HEAVENWARD haben für ihre erste Show seit fast 25 Jahren den Australier Giles Lavery (Dragonsclaw, ex-Warlord) als Sänger verpflichtet. Daher spielt die Truppe auch ´Child Of The Damned´ von Warlord sowie Dragonsclaw-Material. Mit dem Stimmungsfeuerwerk von Air Raid können Heavenward nicht mithalten, doch dazu ist der progressive Metal der Band auch nicht geeignet.

Bei VORTEX geht ein Extrakompliment an Gitarrist Martjo Brongers, der trotz einer Lungenentzündung tapfer diesen Gig bestreitet. Mehr Metal geht nicht! Vortex feiern ihr 35-jähriges Jubiläum mit ihrer typischen Show, die die bekannten Einlagen wie den Sensenmann, den axtschwingenden Barbaren oder diverse Pyrokracher enthält. Vortex sind so skurril wie immer und machen so viel Spaß wie eh und je, so dass es etliche „Vortex!“-Sprechchöre gibt, was Sänger Jurjen Tichelaar glatt die Voodoopriester-Perücke von der Glatze fegt. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch, Vortex! Gute Besserung, Martjo! Und möge die Fledermaus immer mit euch sein! (sg)

Für BATTLEROAR ist es erst der dritte Auftritt mit ihrem neuen Sänger Gerrit Mutz, aber dass der Schwabe die perfekte Wahl für die Griechen ist, macht er sofort deutlich. In Sachen Ausstrahlung und natürlich Stimme ist er das Puzzleteil, das der Truppe gefehlt hat. Auch wenn zum Ende hin etwas improvisiert werden muss und die gleichnamige Bandhymne entfällt, sorgt das Sextett für die emotionalsten Momente des Tages, und das vor allem, wenn Alex Papadiamantis zur Violine greift.

RAM sind als letzte Band ins Programm gerutscht, beweisen aber eindrucksvoll, dass sie alles andere als ein Ersatz für Attacker sind. Für viele sind sie sogar das Highlight des Festivals. Für einen Kurztrip unterbrechen die Schweden ihre Studioaufnahmen (von denen es heute einen neuen Song gibt) und demonstrieren eindrucksvoll, wie Heavy Metal in seiner reinsten Form zu klingen hat. Jetzt fehlt nur noch, dass die beiden Gitarristen in Sachen Stage-Acting etwas mehr harmonieren.

OSTROGOTH sind dieses Jahr wohl so aktiv wie noch nie in ihrer langen Karriere, und daher ist es kein Wunder, dass die Belgier klasse eingespielt sind. Wer die beiden Herren der Urbesetzung sind, lässt sich leicht an der Haarpracht erkennen. Musikalisch hat man genauso wie Grim Reaper und OZ das Problem, dass jeder auf den Überhit der Band, in diesem Fall ´Full Moon´s Eyes´ wartet. Und als die Nummer zum Schluss kommt, wird sie gebührend abgefeiert. Aber auch das Warten bis zu diesem Höhepunkt ist kein Problem, denn sowohl die alten als auch die neuen Nummern der spielfreudigen Band überzeugen.
Jack Starr und seine Allstar-Band mit Todd Michael Hall, der dieses Jahr mit Riot durchgestartet ist, Rhino (ex-Manowar), Ned Meloni (ex-Joe-Lynn-Turner) und Marta Gabriel (Crystal Viper) haben einen undankbaren Einstieg wegen technischer Probleme. Danach bietet man mit zwei Nummern aus Jacks Virgin-Steele-Zeit, einer Nummer seiner ersten Soloscheibe (´False Messiah´), Material von BURNING STARR sowie der Guardians Of The Flame eine interessante Setlist und eine gelungene Werkschau des sympathischen Gitarristen.

Die große Überraschung kommt aber erst zum Schluss und beendet um 0.40 Uhr die Geschichte des Festivals: ´Metal Warriors´ von den heutigen Metalkaspern Manowar. Einen mal wieder formidablen Job erledigt der Frontmann, der heute Nummern von Großkalibern wie David DeFeis, Rhett Forrester, Joey DeMaio (mit Abstrichen) sowie seine eigenen Nummern gekonnt rüberbringt.
Schlussendlich ist Volker Raabe und seinem engagierten Team für viele tolle Auftritte in Andernach zu danken. Das Swordbrothers ist tot, es lebe das German Swordbrothers! Man sieht sich im März 2015 in Lünen! (wk)

Das Rock-Hard-Banner haben in Andernach STEFAN GLAS (sg), WOLFRAM KÜPER (wk) und zu später Stunde CONNY SCHIFFBAUER hochgehalten.

Pic: Stefan Glas

Bands:
JACK STARR's BURNING STARR
STEELCLAD
RAM
OSTROGOTH
FIREFORCE
AIR RAID
BATTLEROAR
VORTEX
HEAVENWARD
Autor:
Wolfram Küper
Stefan Glas

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