Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 13.11.2018, 12:43

URIAH HEEP, THE ZOMBIES - Offenbach, Capitol

Respekt! Kein anderes Wort passt besser um das Engagement von Mick Box, dem Mastermind von URIAH HEEP, und seine Aktivitäten zu beschreiben. Seit 1969 ist er mit seiner Band aktiv, kann auf 26 Studioalben zurückblicken – wobei die letzten Scheiben alle auf höchstem Niveau spielen – und anstatt sich mit seinen über 70 Jahren langsam aufs Altenteil zu begeben, schreibt der Brite derzeit mit seine härtesten Nummern und ist nahezu das ganze Jahr mit seiner Truppe unterwegs.

Heute gastieren URIAH HEEP in Offenbach, im wunderschönen Capitol mit seinen zwei Rängen und der hohen Bühne. Der Laden ist voll, denn man weiß, dass die Herren Box, Shawn, Rimmer, Lanzon und Gilbrook immer in Bestform sind und nie mit den gleichen Setlists langweilen. So hat das Quintett heute gleich sechs Nummern der neuen Scheibe im Programm und mit einer davon wird das 95-minütige Konzert eröffnet ('Grazed By Heaven'), wie auch beendet ('Knocking At My Door'). Dazwischen stehen eine Reihe von unsterblichen Hardrockklassikern wie 'Return To Fantasy', 'Too Scared To Run', 'Rainbow Demon', 'Gypsy', 'Look At Yourself', 'Easy Livin'' sowie die Gänsehautstücke 'July Morning', 'Sunrise' und natürlich 'Lady In Black'. Wie immer sprühen die Briten vor Spielfreude, überzeugt Frontmann Bernie Shaw mit seinen Deutschkenntnissen, Mike Box mit Anekdoten (mit dem Cover von „Look At Yourself“ hat man 1971 wohl das Selfie erfunden), und dass Phil Lanzon einer der gefühlvollsten Männer an den Tasten ist, steht außer Frage. „Living The Dream“ heißt das neue Album und natürlich passt das auch als Tourmotto, denn offensichtlich hat die Reisegesellschaft wahnsinnigen Spaß und macht hoffentlich noch ein paar Jahre weiter (auf dem Tourshirt heißt es passenderweise „Always On Tour“).

Klar, dass man den Headliner als Hardrock-Veteranen bezeichnen kann, aber noch viel länger gibt es die Vorband THE ZOMBIES. Hinter denen verbergen sich nicht Thomas Gottschalk, Hugo Egon Balder oder David Hasselhoff, sondern Briten, die definitiv zu den Gründervätern der Rockmusik zählen. Dank ihres Beginns im Jahr 1961 zählt die Truppe definitiv zu den ältesten noch aktiven Bands und wahrscheinlich hat das Quintett den Headliner in seinen Anfangstagen auch beeinflusst. Von der Urbesetzung sind noch Sänger Colin Blunstone und Keyboarder Rod Argent dabei und die haben sich gut gehalten. Auftritte wie der heutige sind sicherlich ein Jungbrunnen für die Herren, denen es lediglich etwas am Bewegungsradius mangelt und die wahrscheinlich dem Alter geschuldet bereits um 19 Uhr auf die Bühne gehen. Im Mittelpunkt des einstündigen Auftritts stehen die großen Radiohits der Truppe ('Time Of The Season', 'I Love You', 'She's Not There', 'Tell Her No', 'Care Of Cell 44'), die sich irgendwo in der Schnittmenge von Blues, Rock und Rock 'n' Roll bewegen und beim doch etwas älteren Publikum begeistert aufgenommen werden. Ebenso wie zwei Nummern der Nebenprojekte von Colin Blunstone ('Old And Wise' - welches er für The Alan Parson Project eingesungen hat) und Rod Argent ('Hold Your Head Up' aus seiner Solozeit – eine echt starke Nummer, die für Hochstimmung in der vollen Halle sorgt). Keine Frage, die Band hat überzeugt!

SETLIST URIAH HEEP

Grazed By Heaven
Return To Fantasy
Living The Dream
Too Scared To Run
Take Away My Soul
Rainbow Demon
Waters Flowin'
Lady In Black
Rocks In The Road
Gypsy
Look At Yourself
July Morning
Easy Livin'
---
Sunrise
Knocking At My Door

Bands:
URIAH HEEP
THE ZOMBIES
Autor:
Wolfram Küper

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