My Hometown

My Hometown 22.06.2016, 16:39

ANTHRAX - My Hometown: Oswego & Syracuse mit Joey Belladonna

»Ich bezeichne zwei Orte als Heimat. Aufgewachsen bin ich in Oswego. Das ist eine winzige Stadt in Upstate New York, in der Nähe des Ontario-Sees, also schon fast in Kanada. Dort leben höchstens 5.000 Menschen. Dafür haben wir wohl die höchste Kneipendichte des Landes (lacht). Jedenfalls wird dort ´ne Menge gefeiert. Ich lebte bis 1990 in Oswego, da war ich 28 Jahre alt. Dann zog ich nach Syracuse. Das liegt ca. 40 Fahrminuten südlich, ebenfalls im Staat New York.«

New York City hat dich nie interessiert?

»Nein! Da habe ich absolut keinen Bock drauf. Großstädte sind nichts für mich. Ich bin ein Landmensch.«

Was magst du an Kleinstädten besonders?

»Sie sind ruhig, und ich habe meine Freunde um mich herum. Es gibt nicht viel Verkehr. Man steht nicht ständig im Stau. Ich habe eine Coverband namens Chief Big Way. Wir spielen alles: Rolling Stones, The Who, Pink Floyd, Queen, Jimi Hendrix, Triumph, Styx, Foreigner, Boston, Journey ... Ich stehe total auf bluesige Old-School-Sachen. Wir sind ein Trio-Line-up. Ich bin für Drums und Gesang zuständig. Wir bringen Vier-Stunden-Sets mit über 60 Songs. Innerhalb einer Stunde kann ich von zu Hause aus 35 Orte erreichen, in denen wir live spielen.«

Was gibt´s in Syracuse und Oswego für ein Unterhaltungsprogramm?

»In Syracuse haben wir außer den Bars noch Hockey-Venues, einen Dome, in dem gelegentlich jemand auftritt, und ein schickes Theater, in dem Anthrax mal mit Judas Priest gespielt haben. In Oswego hingegen existiert außer einem College so gut wie gar nichts. Die Bars habe ich ja schon genannt (lacht). Die Leute stehen auf jeden Fall auf Rockmusik, aber es gibt keine wirkliche Szene. Meat Loaf hat mal in der Nähe auf einer Collegeparty gespielt. Auch Boston und Bob Seger hatten Auftritte in dem College. Andere passende Venues gibt´s nicht.«

Als Teenager musstest du also meist in andere Städte fahren.

»Ja, mein erster Gig war ein Auftritt von Eric Clapton. Dafür war ich zweieinhalb Stunden unterwegs. Er hat den Gig mit ´Layla´ gestartet. Ich kann mich noch genau erinnern. Ich war 16 Jahre alt. Danach war ich bei Aerosmith. Das war ihre „Rocks“-Tour und absolut großartig.«

Gibt es in Oswego irgendeine Sehenswürdigkeit, die du empfehlen kannst?

»Die Bars (lacht). Da treffen sich wirklich alle. Wenn du noch Schüler bist, kannst du dir Highschool-Football- und -Hockey-Spiele ansehen. Ich war früher Hockeytorwart. Das war total mein Ding. Dann kam die Musik.«

Hat Oswego irgendwelche lokalen Spezialitäten?

»Partys (lacht). Mehr kann man da nicht machen. Es gibt Barbecues und Hauspartys. So feierten wir schon als Kids. Als ich mit der Schule fertig war, bin ich fast umgehend bei Anthrax gelandet.«

Genießt du durch Anthrax in Oswego oder Syracuse eine Art Promi-Status?

»Ich lasse nicht den Rockstar raushängen. Früher habe ich mit den Leuten nicht mal über die Band geredet. Heute können sie sie natürlich schnell im Internet finden, aber das heißt nicht, dass ich deshalb anders behandelt werde als früher, weder im guten noch im schlechten Sinn. Ich spielte bereits bei Anthrax, als ich noch in Oswego wohnte. Wenn ich dann parallel was mit lokalen Musikern machte, hielten sie mich keineswegs für was Besonderes. Ich kann vielleicht besser singen als die meisten anderen Einwohner, aber das war´s auch schon. Wenn ich mit meiner Coverband auftrete, finden die Leute das gut, weil sie auf die klassischen Rocksongs stehen, die wir spielen, und nicht, weil ich außerdem ein Mitglied von Anthrax bin.«

Bands:
ANTHRAX
Autor:
Jan Jaedike

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