My Hometown

My Hometown 25.04.2018, 18:36

GRAVE PLEASURES , HEXVESSEL - My Hometown: Karlsruhe mit Mat McNerney

Nachdem wir am Vorabend mit Mat zusammen dem Metallica-Gig in Mannheim beigewohnt hatten, schnappten wir uns den sympathischen Briten am darauffolgenden Tag, um mit ihm über seine neue deutsche Heimat Karlsruhe zu sprechen. Zu diesem Zweck besuchten wir zunächst „Mo´s Plattenladen“ und anschließend das Tattoo-Studio „BlackHalo“.

Mat, du hast schon in einigen Ländern gelebt. Welche Städte haben dich auf deinem Lebensweg bisher am meisten beeinflusst?


»Die Zeit in Norwegen, also die eineinhalb oder zwei Jahre mit Dødheimsgard in Oslo haben wirklich einen massiven Eindruck hinterlassen, weil ich ziemlich viele Schlüsselfiguren der Musikszene kennengelernt habe, die mich sehr beeinflusst haben. Diese Zeit änderte generell sehr viel an meiner Sichtweise. Die Phase in Amsterdam trage ich auch immer mit mir herum, und dann kamen Helsinki und Tampere, wo ich mit meiner Frau am längsten gelebt habe. Dort liegen mittlerweile unsere Wurzeln. In Helsinki haben wir eine Club-Night veranstaltet und dort auch alle Leute der finnischen Musikszene kennengelernt, woraus Beastmilk und Hexvessel entstanden sind. Die Finnen machen wirklich ganz anders Musik als die Norweger! Eigentlich komme ich ja aus England, und seitdem ich ausgewandert bin, hat sich dort eine ganz andere Szene entwickelt. Die Konzerte waren damals schlecht besucht und die Bands scheiße. Mittlerweile ist das völlig anders, und es macht Spaß zurückzukehren.«

Was hat dich dann nach Deutschland und im Speziellen nach Karlsruhe verschlagen?

»Zunächst einmal lebte die beste Freundin meiner Frau sehr lange in Karlsruhe, und so hatten wir schon eine Verbindung zu dieser Stadt. Als wir mit Hexvessel, ich glaube es war 2015, durch Deutschland tourten, verbrachten wir einen freien Tag in Karlsruhe. Ein paar von uns fuhren nach Mainz, aber ich blieb mit einigen in Karlsruhe, weil wir die Stadt interessanter fanden. Da wir nicht allzu viel zu tun hatten, ließen wir uns tätowieren und knüpften so erste Kontakte. Die Lebenswege von meiner Frau und mir liefen zunächst in andere Richtungen. Wir lernten uns in Berlin kennen, wo sie lebte, während ich noch in Amsterdam wohnte. Dann haben wir zusammen zehn Jahre in Finnland gelebt. Nun ergab sich für sie ein Job-Angebot in Karlsruhe, und so ergriffen wir die Möglichkeit, hierhin zu ziehen. Die letzten zehn Jahre habe ich so viel Zeit in Deutschland auf Tour mit Beastmilk/Grave Pleasures und Hexvessel verbracht, unser Label Century Media sitzt in Deutschland, und dann wohnen hier auch noch befreundete Bands und Musiker wie die Jungs von Secrets Of The Moon. Alles in allem war es also eine gute Entscheidung, hierher zu ziehen, auch wenn wir vielleicht nicht für immer bleiben werden. Außerdem kommen einige Bands, mit denen ich aufgewachsen bin, aus diesem Land, zum Beispiel Morgoth.«

Hast du in Karlsruhe schon spezielle Anlaufpunkte? „Mo´s Plattenladen“ scheint ja bereits ein sehr vertrauter Ort zu sein.

»Ich war auch schon in anderen Plattenläden, aber bei Mo ist alles sehr gut ausgewählt und sortiert. Er ist wirklich begeistert von Neuerscheinungen und voller Leidenschaft. Die Preise sind bezahlbar und nicht willkürlich hoch. Als ich zum ersten Mal dort war, wusste ich bereits, dass dieser Laden um Längen besser ist als andere, weil der Besitzer so eine Begeisterung ausstrahlt. Diese Läden machen sowieso kaum Umsatz heutzutage, also muss Liebe zur Sache der Grund sein, warum man so einen Shop betreibt.«

Wie sieht es mit Konzerten aus?

»Wir haben uns Emma Ruth Rundle im Jubez angesehen. Dort haben wir auch schon gespielt, und der Typ, der die Konzerte promotet, scheint dies schon sehr lange zu machen. Ich glaube, er bezeichnet sich selbst als ersten Metal-Promoter in Karlsruhe. Es gibt eine Menge Locations wie die Alte Hackerei, P8, Substage oder das Tollhaus. Viele Karlsruher fahren aber auch nach Frankfurt oder Mannheim, um Konzerte zu sehen.«

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit deinen beiden in Finnland beheimateten Bands? Probt ihr überhaupt mal?

»Nun ja, ich bin mit einer Finnin verheiratet, und wir haben ein kleines Kind. Wenn das nicht wäre, hätte ich wohl wieder eine britische Band, weil ich ja da herkomme. Wir proben eigentlich nur, wenn wir auf Tour gehen, also eher strategisch. Du findest einen Weg, deine Zeit zu ökonomisieren. Wenn du im gleichen Land lebst, werden Proben eher zu einem sozialen Ding. Man trinkt ein paar Bier, spielt einmal die Setlist, und das war´s. Das muss heute nicht mehr sein.«

Hexvessel sind eine sehr naturverbundene Band. Hast du rund um Karlsruhe die Möglichkeit, die Natur zu erfahren und als Inspiration zu nutzen, so wie es im „Land der tausend Seen“ der Fall ist?

»Ja, das ist absolut kein Problem. Wir leben auf einem kleinen Hügel, und da sind viele Parks und Weinanbau-Gebiete. Der Schwarzwald ist nicht weit weg. Allzu viel haben wir noch nicht erkundet, aber das ist definitiv der Plan. Das Tolle an Deutschland ist, dass hier wirklich viele Leute an Natur interessiert sind und Lust zum Wandern haben. Deutsche finden das echt geil!«

Hiking Metal-Punks?

»Haha, ja, genau!«

gravepleasures.tumblr.com

hexvessel.bandcamp.com

Bands:
GRAVE PLEASURES
HEXVESSEL
Autor:
Stefan Hackländer

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