Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 23.11.2018, 15:30

MANTAR, EVIL INVADERS, SKELETONWITCH - Essen, Turock

Ausverkauft! Nicht das erste Mal vermelden MANTAR auf ihrer aktuellen „The Modern Art Of Setting Ablaze“-Tour gemeinsam mit SKELETONWITCH, EVIL INVADERS und DEATHRITE einen restlos ausgefüllten Club und dennoch wird der Mittwochabend im Essener Turock alles andere als gemütlich.

Unter einem bedrohlich-verheißungsvollen Intro betreten zunächst DEATHRITE die Bühne und entfachen mit 'When Nightmares Reign' unter einer intensiv spürbaren, dynamischen Entwicklung, welche die gesamte Spielzeit über erhalten bleibt, ihre Show. Räudige Oldschool-Death-Wurzeln in Synthese mit rauem D-Beat und dreckigen Vocals ergeben eine Atmosphäre, die unter besagter energischer, lebendiger Steigerung Gänsehaut hervorruft. Generell zeigen sich die fünf Leipziger auf der Bühne ständig in Bewegung, unglaublich tight und vor allem Sänger Tony verkörpert durch sein Auftreten und das Raue in seiner Stimme die abgefuckte Stimmung der Songs so gut, dass das Ganze echt wirkt und man es DEATHRITE einfach abkauft. Ultra-cool, ultra-catchy und ultra-mitreißend neigt sich ihr Set zu den Klängen von 'Temptation Calls' dem Ende entgegen, wobei die trügerische Schönheit der Lead-Melodien nochmal in einer Intensität daherkommt, der man sich nur schwer entziehen kann – ein berührendes Grande Finale!

Pure Speed-/Thrash-Hymnen: Evil Invaders Foto: Thorsten Seiffert

„Come on Essen, let´s destroy this place“ meinen auch EVIL INVADERS und stürmen nicht weniger energiegeladen die Bühne. Die Belgier wollen mit ihren puren Speed-/Thrash-Hymnen das Turock abreißen und laden die Stimmung im Club mit viel Aggression und Power auf: Wilde Riff-Läufe und hohe Screams bestimmen bei Songs wie 'Feed Me Violence' den Großteil des Auftritts, wobei die Jungs mit 'Broken Dreams In Isolation' beweisen, dass sie auch in vergleichsweise ruhigem Tempo überzeugen können. Mit 'Witching Hour' spielen die Vier – diesmal mit Zweitgitarrero Max am Mikro – ein grandioses Cover, bei dem die Hütte nicht so brennt, wie sie sollte, weil die in der Überzahl erschienen Mantar-Fans anscheinend nicht so viel mit Venom anfangen können oder noch nicht genügend Bier intus haben, um gewisse Hemmschwellen abzubauen. Geil ist es aber definitiv!

Schreihälse mit melancholischen Nuancen: Skeletonwitch Foto: Thorsten Seiffert

SKELETONWITCH haben sich schon seit einigen Jahren von ihrem Klischee-Thrasher-Image verabschiedet und melodische Black-Metal-Elemente in ihre Songs eingearbeitet, mit denen sie an diesem Abend in eine gänzlich andere Kerbe schlagen. Die melancholischen Nuancen von Liedern wie 'Fen Of Shadows' und die Schreie von Sänger Adam Clemans wollen sich heute nicht so recht in die eher destruktive, morbide Stimmung einfinden, auch wenn besagte Melodien unheimlich schön sind und Clemans eine durchaus unheilvolle, herrlich angepisste Aura umgibt.

Angepisst: Mantar Foto: Thorsten Seiffert

Angepisst ist ein passendes Stichwort, wenn es um MANTAR geht: Unter Jubelschreien betritt das Duo bei Kerzenschein die Bühne und positioniert sich wie gewohnt gegenüber voneinander, so, als würden sie für sich in ihrem kleinen Wohnzimmer spielen. Auch hier lässt sich von Beginn an eine dynamische Entwicklung spüren, die sich durch die Melange aus Black, Death, Sludge und Punk anders entfaltet als zuvor bei Deathrite: MANTARs „Ecken und Kanten“-Sound wirbelt unterschwellig etwas Treibendes, Strömendes auf, das einen in den Bann zieht, sodass man etwas in Trance zu versinken droht. Mal im zäh zerreißenden, mal im straight prügelndem Uptempo geben sich MANTAR in gewohnt rotziger Manier und lassen sich von einem zwischendurch ausgefallenen Bass-Amp so gar nicht aus der Fassung bringen. Gewohnt cool scherzt Sänger und Gitarrist Hanno: „Wir wären ja nicht MANTAR, wenn nicht alles Oberscheiße wär“, ehe das Set schnell wieder weitergehen kann. „Wollt ihr den totalen Beat?“ Jawohl! Die Menge ist konstant am Toben, wobei es beim Über-Hit 'Era Borealis' nur noch auf die Fresse gibt und sich der ausverkaufte Club „This is death über alles“ aus Leib und Seele brüllt, während Schlagzeuger Erinc mit aller Wucht die Trommeln verhaut und Hanno sich wie immer fast schon unmenschlich mit dem gesamten Körper der Musik hingibt, ehe die Show – ohne Zugabe – zu einem Akustik-Outro ausklingt.

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Bands:
MANTAR
SKELETONWITCH
EVIL INVADERS
DEATHRITE
Autor:
Mandy Malon

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