Festivals & Live Reviews


Pics: Andreas Budtke (www.facebook.com/andbudphotography)

Festivals & Live Reviews 04.02.2019, 13:28

KADAVAR & THE COSMIC RIDERS OF THE BLACK SUN - Berlin, Heimathafen

Einen passenderen Namen als „Heimathafen“ könnte es für die Location, die sich die Jungs von KADAVAR für einen Abend der ganz besonderen Art ausgesucht haben, nun wirklich nicht geben. Schließlich haben die drei Wahlberliner bereits durch die Namensgebung ihres 2015 erschienenen Drittwerks die Verbundenheit zur Bundeshauptstadt zum Ausdruck gebracht. Am heutigen Abend zeigt sich, dass diese Liebe vom Berliner Publikum ebenso erwidert wird, denn die schicken räumlichen Gegebenheiten sind bis zum letzten Ticket restlos ausverkauft. Sollte irgendwo die Frage aufkommen, wo KADAVAR am heutigen Abend performen, wird diese eine halbe Stunde vor offiziellem Konzertbeginn durch eine große Menschenansammlung auf der Karl-Marx-Straße beantwortet.

Bereits am Einlass in den Saal des Theaterkollektivs sammelt das Trio Sympathiepunkte: Da die Gästeliste sehr lang ausgefallen ist, bittet die Band die Leute auf der Liste um eine Spende für die Obdachlosenhilfe im Winter. Coole Aktion! Das bunt durchmischte Publikum im Saal spiegelt deutlich wider, dass KADAVAR mit ihrem Sound aus Proto-Metal, Stoner Rock, Psychedelic Rock und Doom inzwischen die unterschiedlichsten Leute ansprechen. Egal ob Alt-Rocker und Metalheads, Goth, Hippie oder Hipster: Heute herrscht kollektive Partystimmung zu den Klängen der bärtigsten Band Deutschlands.

Als KADAVAR um 21:30 Uhr die Bühne betreten, wird dem Verfasser dieser Zeilen klar, dass die Informationen im Promotext über den Traum der Bandmitglieder von einer „Big Band“ sich nicht auf eine Zusammenarbeit mit Blasinstrumenten bezieht. Zur Unterstützung haben Frontmann Lupus, Bassist Dragon und Drummer Tiger ihre Kumpel von THE COSMIC RIDERS OF THE BLACK SUN mitgebracht, bei denen es sich um ein Projekt mit befreundeten Musikern aus anderen Bands und Tigers Bruder David handelt, um den Songs des Trios mehr klangliche Möglichkeiten zu eröffnen. Das funktioniert super, denn durch vier weitere Musiker auf der Bühne und die damit verbundene Anzahl an zusätzlichen Instrumenten können alle Soundfassaden der Berliner abgedeckt werden. Akustische Passagen gehen nahtlos in höllisch groovende Parts über, wabernde Keyboard-Sounds und Noise-Geräusche bereichern den klanglichen Kosmos der Psychedelic-Einschübe und durch mehr Klampfen kommen die Songs des Trios noch druckvoller rüber. Hierbei ist es egal, ob Klassiker wie 'Broken Wings', 'Into The Night' oder Material wie der von Lupus als nie erschienen angekündigte Track 'Tomorrow’s Dead' performt werden. Das Publikum geht, vor allem in den vorderen Reihen, zu den teilweise neu arrangierten Songs ordentlich ab und feiert die bockstarke Performance des sympathischen Dreiergespanns und ihrer Freunde.

Besonders erwähnenswert sind außerdem noch die zwei starken Gastauftritte am Abend. Für den Hit 'See The World With Your Own Eyes' wird Douwe Truijens, Sänger der leider inzwischen aufgelösten niederländischen Combo Death Alley auf die Bühne geholt, um den Track mit KADAVAR zu veredeln. Und auch wenn beide Bands stilistisch recht ähnlich aufgestellt sind, klingt die hier abgelieferte Version des Songs, als würden Journey einen auf Stoner Rock machen. Stark! Mindestens genau so eindrucksvoll sind die Gastauftritte von Sängerin Laura, die am heutigen Abend gleich zweimal hinters Mikro darf. 'You Found The Best In Me' vom aktuellen Album „Rough Times“ erhält durch die Deutsch-Italienerin einen noch melodischeren Anstrich. Außerdem hilft die Sängerin dabei, ein außergewöhnliches Konzert-Erlebnis ausklingen zu lassen. Mit den verzaubernden, hypnotischen Klängen von 'Reich Der Träume', einem Cover der Andy-Warhol-Muse Nico, und Lauras wunderschöner Stimme entlassen KADAVAR ihr Publikum in die frische Berliner Nachtluft. Man darf gespannt sein, welche klanglichen Sphären sich das Dreiergespann im weiteren Verlauf der Bandgeschichte noch erschließen wird. Auf jeden Fall gut, dass ein Kamerateam anwesend war, um einen ganz besonderen Abend dieser Historie festzuhalten.


Bands:
KADAVAR
THE COSMIC RIDERS OF THE BLACK SUN
Autor:
Lukas Höpfner

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