Interview

Interview 17.03.2020, 13:36

FREAKINGS - Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 04/20

Respekt, nicht viele Bands schaffen es bei uns mehrfach in der Rubrik „Tipp des Monats“ zu landen. Einerseits schade, dass einschlägige Labels darauf nicht reagiert haben, andererseits haben FREAKINGS aus dem Kanton Basel-Landschaft (Budendorf) auf „Rise Of Violence“ ihre Underground-Mentalität dadurch nicht verloren. Frontmann Jonathan Brutschin (Gesang und Gitarre) bringt uns auf den aktuellen Stand.

Hallo Jonathan, erstmal Gratulation zum neuen Album „Rise Of Violence“. Vergleiche doch bitte das neue Teil mit dem Vorgänger!

»Das „Rise Of Violence“-Album unterscheidet sich nicht allzu sehr von dem Vorgängerwerk „Toxic End“, an dessen Sound wir anknüpfen. Klar, wir wollten auch gewisse Dinge anders oder besser machen. Ich als Gitarrist wollte mehr Soli einbauen, mehr Achtel-Dropdowns und als Sänger mehr Gangshouts. Zudem sollte das neue Material schneller und tighter klingen.«

Zu der Veröffentlichung habt ihr eine Release-Show gespielt. Die Fotos dazu auf eurer Facebook-Seite sehen ganz zufriedenstellend aus. Wie lief es?

»Es war eine gelungene Party. Obwohl es bereits unsere vierte Release-Show gewesen ist, war es immer noch ein spezielles Gefühl. Die 150 Metalheads und wir waren zufrieden und auch die Merchandise-Kisten waren um einiges leichter nach diesem Abend.«

Was steckt genau hinter dem Freakout Festival?

»Das Freakout Festival wird von uns organisiert und findet jeweils am ersten Wochenende im Jahr statt. Es ist unsere Spielwiese, unsere Veranstaltung und unsere Bandauswahl. Wir wollen nicht nur den Zuschauern was bieten, sondern auch den teilnehmenden Bands. Das Festival findet in einem edlen Schuppen statt, was es auch ein wenig spezieller macht. In der Schweiz organisieren viele Bands ihr Festival oder ihre Gigs selber, da immer mehr Clubs aufgeben müssen.«

Das Cover zum Album hat wirklich Ed-Repka-Niveau. Wer hat es gemalt und welches Cover von Ed ist dein Favorit?

»Das Cover wurde von Timon Kokott aus Deutschland gezeichnet. Wir sind sehr zufrieden mit ihm, denn er versteht was wir wollen, ist unkompliziert und sehr begabt. In der Vergangenheit hat er schon mit Darkness zusammengearbeitet und hat sicherlich noch eine große Zukunft vor sich! Von Ed Rekpa gefällt mir das „Divide And Conquer“-Cover von den Suicidal Angels am Besten.«

Ihr habt „Rise Of Violence“ auf Vinyl, CD und auch digital veröffentlicht. Welches Medium läuft am Besten und wie kam es zur Vinyl-Farbkombination schwarz-gelb?

»Am Besten laufen die Medien CD und digital. Simon, unser Drummer, ist ein absoluter Vinyl-Fan. Er hatte auch die Idee, mit den gelb marmorierten Vinyl, welches als Special Edition nur 50 Mal erhältlich ist.«

Woran liegt es denn, dass bisher kein Label auf euch aufmerksam geworden ist?

»Ich denke, es liegt an der Übersättigung des Thrash-Metal-Genres. Wir sind eine Band unter vielen, vielen guten Bands. Es gibt im Underground zahlreiche andere gute Acts, die ein Label verdient hätten. Auch wir hatten den Traum bei einem Label unterzukommen, aber nach diversen Fehlversuchen eines zu finden, haben wir uns erstmal für den Underground und eine Do-It-Yourself-Vorgehensweise entschlossen.«

In der Region Basel genießt das Z7 in Pratteln einen besonderen Ruf. Was hat es dir bedeutet, dort gespielt zu haben und was war das beste Konzert, welches du dort gesehen hast?

»Dort zu spielen, hat mir sehr viel bedeutet. Als Teenager konnte ich meine Idole bestaunen und wenn man später auf derselben Bühne stehen kann, erfüllt einem das schon mit Stolz und Ehrfurcht. Das beste Konzert für mich im Z7 war Slayer im Jahr 2016. Es war ein heißer Sommertag, die Bude war voll und die Stimmung war genial.«

Ende vergangenen Jahres seid ihr in Osteuropa unterwegs gewesen. Was gibt es von dem Trip zu berichten?

»Erstmal geht ein großer Dank an Refore aus Tschechien, welche die Tour organisiert haben. Es war eine schöne Zeit und die meisten Gigs waren gut besucht. Wir konnten einigen neuen Fans begegnen und alte Fans wiedersehen. Ich finde es immer wieder spannend, neue Kulturen und Menschen kennen zu lernen.«

Wie ist es, mit zwei Brüdern in der Band zu spielen?

»Lustig ist ja, dass die meisten meinen, Toby sei mein Bruder. Scheinbar gleichen wir uns. Ich finde die Konstellation sehr entspannend, denn Simon und Toby sind sich in gewisser Hinsicht ähnlich, in anderen Bereichen auch sehr verschieden. Das wichtigste ist, dass ich mich total auf die Brüder verlassen kann. Dabei bin ich sicherlich nicht das dritte Rad am Wagen, sondern eher ein dritter Bruder geworden. Ein Hoch auf die Familie Freakings!«

Habt ihr Kontakt zu den Schweizer Veteranen Poltergeist, Drifter oder von der anderen Rheinseite zu Destruction?

»Klar! Die Schweiz ist klein und unter den Bands kennt man sich gegenseitig gut. Von Destruction kenne ich allerdings nur den Gitarristen Damir (Eskic - wk). Er hat auf „Toxic End“ auch ein Solo eingespielt. Chasper (Wanner - wk) von Poltergeist hat auf dem neuen Album ein Gitarren-Solo gespielt. Wenn alles klappt, sind wir sogar im Juni mit Poltergeist unterwegs.«

Welche christlichen Thrash-Metal-Bands kann Du neben Deliverance und Vengeance Rising empfehlen?

»Vor allem sind Antidemon aus Brasilien, Supresion aus Argentinien oder Living Sacrifice aus den Staaten empfehlenswerte Bands.«

Woher kommt eure christliche Message? Ist die im Heavy Metal eher von Vorteil oder Nachteil?

»Die Botschaften kommen aus unseren Herzen, es sind Dinge, die uns wichtig sind. Die Lyrics haben sich aber seit dem ersten Album eher in Richtung jener für das Thrash-Genre typischen Themen bewegt. Die meisten Metalheads, die ich kennengelernt habe, haben kein Problem mit unseren Texten. Klar, es gibt gewisse Leute, welche aus Prinzip nichts mit uns, bzw. „christlichem Zeug” zu tun haben wollen. Aber hey, wir missionieren niemanden.«

Würdet ihr auch sonntags Konzerte geben?

»Solange es keine Hochzeiten oder Beerdigungen sind, spielen wir immer!«

Welche Sünden gehen denn auf deine Musikaktivitäten zurück?

»Zählt David Hasselhoff hören als Sünde? Oder dass ich mal in einer Crossover-Band spielte? Oder dass ich als Kind Knopfhandorgel gespielt habe? So schlimm waren diese Taten nicht, heute geht es ja in eine andere musikalische Richtung.«

www.facebook.com/freakings

www.freakings.ch

Bands:
FREAKINGS
Autor:
Wolfram Küper

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.