Interview

Interview 18.12.2018, 13:27

ETERNAL KHAN - Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 01/19

Mit der EP „Isolate, Disharten And Kill“ melden sich ETERNAL KHAN aus Providence, Rhode Island zurück und wurden prompt zum Tipp des Monats in Rock Hard Vol. 380 gekürt. Wer die Jungs noch nicht kennt: Die Band besteht aus Damian Murphy, der für die Drums und das Texten zuständig ist, Tou Phrathep an der Gitarre und Nate Wood, ebenfalls Gitarre und Gesang. Der Totenkopf auf dem Cover lässt schon erahnen, was uns auf den drei Tracks des Releases erwartet - irgendwo zwischen Black, Doom und Death Metal bekommt man hier das Gefühl, dass die Zukunft nichts Gutes bringt.

Die EP "Isolate, Dishearten And Kill" (2018) ist euer fünfter Release, was hat sich seit Gründung 2010 innerhalb der Band verändert?

Damian: »Ich glaube seit 2010 sind die Dynamiken innerhalb der Band relativ gleichgeblieben. Wir haben es mit jedem Release geschafft, ein Stück zu wachsen, vor allem wenn es speziell um das Songwriting und das eigentliche Spielen geht. Dabei war es uns aber immer wichtig, nicht das zu verlieren, was ETERNAL KHAN für uns ausmacht. Insgesamt glaube ich, die wichtigste Lektion, die wir bis jetzt auf unserem Weg gelernt haben, ist keine Angst zu haben sich selbst auch mal etwas zurückzunehmen. Auf musikalischer Ebene kann man so aggressiv bleiben aber trotzdem zu einem Punkt kommen.«

Ihr kommt aus Providence, Rhode Island. Als Deutscher weiß ich nicht viel über die lokale Metal-Szene dort. Gibt es einen echten Underground bei euch?

Tou: »Auf jeden Fall! Es gibt viele großartige Bands und Metal-Shows in Providence und Umgebung! Einige meiner Lieblingsbands kommen von hier: Pilgrim (R.I.P Jon Rossi), Vital Remains, Churchburn, Infera Bruo, um jetzt nur ein paar davon zu nennen.«

Ah okay, wieder was gelernt! Kommen wir aber auf euch zu sprechen. Gab es einen speziellen Grund dafür, dass "Isolate, Dishearten And Kill" nur eine EP und kein komplettes Album geworden ist?

Damian: »Ich denke, der Hauptgrund dafür war die Devise: Qualität über Quantität. Wir wollten auf keinen Fall irgendetwas machen, das wie ein Lückenfüller daherkommt. Das Format einer EP hat uns erlaubt, unseren gesamten Fokus auf die Komposition von ein paar Songs zu beschränken. Anstatt die besten Riffs oder Parts auf sieben Songs aufzuteilen, haben wir einfach drei großartige Stücke daraus gemacht. Als wir damit begonnen haben, das erste Material für "Isolate, Dishearten, and Kill" aufzunehmen, hatten wir ziemlich intensive Diskussionen darüber, ob das Ganze ein komplettes Album werden soll oder doch eine oder sogar zwei EPs.«

Nate: »Ich denke auch, dass Zeit eine wichtige Rolle bei dieser Entscheidung gespielt hat. Wir hatten zwei Jahre lang nichts Neues veröffentlicht und wollten so schnell wie möglich frisches Material rausbringen. Es gibt jetzt auch einige Songs, die es nicht auf die EP geschafft haben, diese werden die Basis für den nächsten Release bilden. Wer weiß, ob das dann ein ganzes Album wird oder wieder eine EP? Die Hoffnung ist, unserer Hörerschaft Musik zu geben, in die sie diesmal noch tiefer eintauchen kann.«

Klar, Zeit kann ein wichtiger Faktor sein! Seit eurem letzten Album „Lost In The Night Of Ages“ (2016) sind gute zwei Jahre vergangen. Was hat der Longplayer für die Band verändert und wie hat er die Entstehung der neuen EP "Isolate, Dishearten And Kill" beeinflusst? Was für Erwartungen hattet ihr?

Damian: »Das Schreiben von „Lost In The Night Of Ages“ hat jeden von uns dazu genötigt, unsere Instrumente schneller und besser zu spielen. Die Songstrukturen und die Riffs waren ganz anders als das, was wir bis dahin gemacht hatten, aber trotzdem klang das einfach nach uns. Wir haben eigentlich bis jetzt auf jeder Platte einen Song, der den Übergang von einer Veröffentlichung zur Nächsten darstellt. Über allem steht aber stets der Anspruch, sich selbst weiterzuentwickeln und Dinge besser zu machen. Einfach immer einen Schritt nach vorne zu gehen. Was wir immer vermeiden wollen, ist uns selber zu wiederholen. Das sind zumindest die Erwartungen, die wir eigentlich immer haben. Die große Frage ist, ob dann die Umsetzung von Gedanken, Ideen und Riffs diesen Erwartungen entsprechen. Leider kann einem eine solche Analyse auch ein bisschen den Spaß verderben, wenn man Songs ständig probt und sie eigentlich schon vor Release tot gehört hat. Vor allem, weil das einzige Feedback, das man bis zu diesem Zeitpunkt bekommt, lediglich innerhalb der Band gegeben wird, was auch mal negativ ausfällt. Obwohl wir die neue EP natürlich selbst mögen, bedeutet es uns umso mehr, dass Leute unser Zeug hören. Unsere Fans sollen sich mit unserer Musik auseinandersetzen und dann das Gefühl bekommen: "Ich will mehr!".«

In Sachen Songwriting kann ich euch jetzt ganz gut einordnen. Deshalb habe ich den Eindruck, dass euer neues Zeug mehr auf das Wesentliche reduziert ist - auf eine angenehme Art und Weise. Gab es neben dem kürzeren Format noch andere Gründe dafür?

Damian: »Dieses Mal war es etwas, was wir als Band geschaffen haben, als Kollektiv. Gemeinsam haben wir die Songs immer wieder gespielt und gemeinsam mit kritischem Ohr angehört. Es ging darum herauszufinden, wo die Stärken des jeweils anderen liegen und diese deutlich hörbar zu machen. Wir schreiben unsere Songs nicht nach einem Schema F oder einer bestimmen Formel. So nach der Art: „Jetzt haben wir einen langsamen Part, darauf muss ein schneller kommen“, oder was auch immer. Genau das wollen wir vermeiden, dass die Musik alltäglich klingt. Der Entstehungsprozess soll so natürlich und organisch wie nur irgend möglich passieren können. Normalerweise ist der erste Instinkt ja auch der Richtige. Wenn man erst einmal so einen instinktiven Grundbaustein hat, geht es hauptsächlich darum, diesen zu verfeinern und auszubauen.«

Speziell der Gesang auf "Isolate, Dishearten And Kill" setzt sich von den vorherigen Alben ab. Noch ein bisschen dreckiger, natürlich im positiven Sinne! Wie kam es dazu?

Nate: »Ja der hat sich verändert. Das war allerdings nicht wirklich beabsichtigt. Die Grundstimmung in den Vocals hängt davon ab, welche Vibes ich von Damians Texten bekomme und in welcher Stimmung ich persönlich gerade bin. Ich versuche eigentlich die ganze Zeit die Songs etwas genauer zu formen, aber das klappt nicht so richtig. Oft ist es einfach am besten, man lässt sich beim Gesang so richtig auf die Stimmung ein und versucht so spontan wie möglich zu sein.«

Spätestens jetzt habt ihr sicher einige Fans in Deutschland! Gibt es Pläne, mal bei uns zu spielen? Wie sieht es insgesamt mit eurer Live-Aktivität im neuen Jahr aus?

Damian: »Das freut uns natürlich zu hören! Es wäre total geil, mal in Deutschland oder in Europa zu spielen! Wir sind uns aber nicht sicher, ob so ein Traum jemals wahr wird. Von den ganzen logistischen Herausforderungen mal abgesehen, haben wir alle Vollzeitjobs. Aber wer weiß? Wenn sich die passende Gelegenheit zur richtigen Zeit ergibt, kann man nie wissen. In der Zwischenzeit konzentrieren wir uns auf das Proben und auf Shows in Providence und die benachbarten Staaten.«

Ganz anderes Thema: Wir leben ja in politisch aufgeladenen Zeiten. Seid ihr eine Band, die diesbezüglich einen speziellen Standpunkt hat?

Nate: »Ja, das sind auf jeden Fall interessante Zeiten. Um aber deine Frage zu beantworten: ETERNAL KHAN ist definitiv keine „politische“ Band. Wir haben keine übergeordnete Message diesbezüglich. Die Band stellt für uns eher eine Art Zuflucht oder Ausweg von diesem Unsinn dar. Musik als Kommunikationsmittel für politische Standpunkte zu nutzen, würde es uns versauen. Klar, als Teil dieser Welt kommt man auch nicht drumherum, sich auf irgendeine Art und Weise mit diesen Themen zu beschäftigen. Mit manchen Sachen stimmt man überein, mit anderen Dingen nicht. Das Meiste davon macht dich aber einfach verdammt sauer! Wir schreiben schon über die Dinge, die uns sauer machen. ETERNAL KHAN haben eine Meinung aber keine Message.«

Auf eurer Facebookseite habe ich gelesen: „ETERNAL KHAN heißen den Zusammenbruch der Menschheit willkommen!“ Wie weit sind wir davon den noch entfernt?

Damian: »Ich bin mir ziemlich sicher, dass der schon begonnen hat!«

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, ein bisschen mit mir über die neue EP "Isolate, Dishearten And Kill" und eure Band zu quatschen! Die letzten Worte gehören euch.

Nate: »Vielen Dank an alle, die unsere Musik hören und uns damit unterstützen, das bedeutet uns wirklich viel!«

www.facebook.com/EternalKhan

https://eternalkhan.bandcamp.com

Bands:
ETERNAL KHAN
Autor:
Elias Witzigmann

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