Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 30.05.2012

PALACE , BRAINSTORM , PRIMAL FEAR - Bochum, Matrix

Manchmal kommen sie wieder: Ende 2009 gastierten Primal Fear und Brainstorm schon einmal gemeinsam in der Bochumer Matrix. Damals jedoch ohne Vorband, weil Jaded Heart nach nur wenigen Gigs wegen interner Disharmonien die gemeinsame Tour verlassen mussten.

Mit PALACE dürfte es solche Missstimmungen kaum geben, denn die Band aus Speyer macht (auch auf der Bühne) einen äußert umgänglich-sympathischen Eindruck. Schade nur, dass das Quartett bereits eine halbe Stunde vor dem allerorten kommunizierten Beginn ranmuss. Klar, Palace erfinden mit ihrem deutlich von Accept, Judas Priest und Mercyful Fate geprägten Stil den Metal wahrlich nicht neu, aber der Funke springt direkt über. Mehr kann man von einer Vorband in dieser Konstellation nun wahrlich nicht verlangen.

BRAINSTORM haben ihre ureigene Definition von Power Metal längst gefunden und perfektioniert. Hier haben Riffs ihren Namen noch wirklich verdient, und Andy B. Francks Stimme klingt heavy und kraftvoll, ohne in gesangliche Extreme ausbrechen zu müssen, was ihn quasi zum deutschen John Bush macht. Man nimmt es Franck darüber hinaus tatsächlich ab, wenn er sagt, man habe sich im Vorfeld wirklich auf den Gig in Bochum gefreut. Kein Wunder, kann die Band hier doch immer auf Fans in Feierlaune vertrauen. Liebhaber der ersten drei Alben kommen auf dieser Tour zwar nicht auf ihre Kosten, denn der älteste Song des Abends ist ´Shadowland´ von „Metus Moris“ (2001), dafür hat man aber gleich vier Titel der aktuellen Langrille „On The Spur Of The Moment“ auf der Setlist. Der Sound ist für Matrix-Verhältnisse richtig prima, doch selbst Knöpfchenprofi Achim Köhler hatte beim Soundcheck wohl so seine liebe Mühe mit den sehr speziellen Verhältnissen des urigen Kellergewölbes.

Kurioses in der Umbaupause: Fast eine komplette halbe Stunde steht Randy Blacks Schlagzeug unverhüllt im Scheinwerferlicht, bevor man sich kurz vor knapp noch dazu entschließt, ein schwarzes Tuch überzustülpen. An der Show von PRIMAL FEAR selbst ist danach aber so gut wie nichts mehr kurios. Es ist eine gnadenlos perfekt durchchoreografierte Metalshow, die keine Wünsche offen lässt. Auch die Tatsache, dass Gitarrist Magnus Karlsson, der aus familiären Gründen auf dieser Tour nicht dabei sein kann, vom griechischen Shredder Constantine (Mystic Prophecy, ex-Nightrage) ersetzt wird, fällt nicht negativ ins Gewicht. Dem Promotion-Auftrag zum neuen Album „Unbreakable“ wird man mit sechs Songs absolut gerecht, ansonsten herrscht fast ausschließlich Klassikeralarm. Die Jungs um Sirene Ralf Scheepers liefern eine absolute Vollgasveranstaltung ab, deren Headliner-Status durch enorme Lautstärke und Drumsolo unterstrichen wird. Apropos Fußball: Obwohl Mat Sinners liebste Thekenmannschaft noch am Nachmittag knapp 30 Kilometer entfernt in der heimischen Arena in ihre Schranken verwiesen wurde, versprüht die Stuttgarter Metal-Institution beste Laune. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Setlist PRIMAL FEAR:

Strike 
Give ´Em Hell 
Nuclear Fire 
Unbreakable Pt. 2 
Seven Seals 
Black Sun 
Where Angels Die/Demons And Angels/Angel In Black 
Metal Nation 
Fighting The Darkness 
Final Embrace 
Metal Is Forever 
----------------
Bad Guys Wear Black 
Chainbreaker

Setlist BRAINSTORM:

Worlds Are Comin´ Through 
In The Blink Of An Eye 
Redemption In Your Eyes 
Shiva´s Tears 
Temple Of Stone 
Fire Walk With Me 
Shiver 
Shadowland 
Below The Line 
In These Walls 
All Those Words 
Highs Without Lows

Pic: Axel Jusseit

Bands:
PALACE
PRIMAL FEAR
BRAINSTORM
Autor:
Mike Borrink

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.