Interview

Interview 09.05.2019, 14:58

BAD WOLVES - Auf eigenen Füßen stehen

Erfolg kann manchmal ein zweischneidiges Schwert sein. Diese Erfahrung haben die Jungs von BAD WOLVES auf jeden Fall im Rahmen ihres The-Cranberries-Covers 'Zombie' gemacht, dass die Band an die Spitze diverser Rock- und Metal-Charts setzte, aber auch einiges an unschöner Kritik einfuhr. Im Interview spricht Schlagzeuger John Boecklin mit uns über das Stehen im Scheinwerferlicht und den Weg zu Album Nummer zwei.

John, nächsten Monat ist es ein Jahr her, seitdem euer Debüt „Disobey“ veröffentlicht wurde. Wie ist der Stand der Dinge für Album Nummer zwei?

»Im Moment stehen wir kurz davor, die Drums aufzunehmen. Mit dem Schreiben der Songs sind wir fast fertig. Mit unserem Tour-Plan gab es nicht viel Zeit, um sich hinzusetzten und jede Entscheidung zu reflektieren oder darüber nachzudenken, was für eine Art von Album wir machen wollen. Wir haben einfach angefangen zu arbeiten, weil wir wussten, dass der Tour-Zyklus und der Arbeitszyklus am neuen Album direkt ineinander übergehen würden. Der Ablauf ist da ziemlich kontinuierlich. Es gab also keine Zeit, um sich zwischendurch eine Auszeit zu nehmen oder darüber nachzudenken, wie das alles funktionieren soll. Wir haben einfach angefangen, in den Lücken zwischen den Touren und Auftritten an dem neuen Material zu arbeiten.«

Ursprünglich wolltet ihr die Coverversion des The-Cranberries-Klassikers 'Zombie' gemeinsam mit Originalsängerin Dolores O’Riordan aufnehmen, die traurigerweise am Aufnahmetag verstorben ist. Wie habt ihr euch kennengelernt?

»Wir sind ja beim Label 11-7 Records und Allen Kovac, der Eigentümer der Firma, war in den Neunzigern der Manager von The Cranberries. Dan Waite aus der UK-Abteilung hatte ebenfalls Beziehungen zu Dolores. Als die Platte dann dort ankam und wir das 'Zombie'-Cover präsentierten, kam die Idee auf, dass Dolores vielleicht unsere Version gefallen könnte und wir es ihr mal zukommen lassen könnten. Das hat das Label gemacht und unsere Interpretation hat ihr so gut gefallen, dass sie auch darauf singen wollte. Das war im Grunde der Ablauf, wie diese Beziehung zu Stande kam. Ich habe sie aber leider nie persönlich getroffen.«

Hat der Erfolg von 'Zombie' auf irgendeine Art eure Leben beeinflusst?

»Ja, es hatte wirklich einen riesigen Einfluss auf uns und unsere Leben. Das Cover hat uns an die Spitze von verschiedenen Rock- und Metal-Charts katapultiert und Verkaufszahlen beschert, von denen ich niemals dachte, dass ich sie je auf irgendeine Art erreichen würde. Auf einmal stand die Band total im Scheinwerferlicht, das gilt allerdings im positiven wie im negativen Sinne. Weil wir als erste Single dieses Cover einer Person veröffentlichten, die kurz zuvor erst verstorben ist, gab es Leute, die uns vorwarfen, wir hätten vor, Profit aus Dolores‘ Tod zu ziehen. Aber dieses Projekt war schon vor ihrem Tod geplant. Das war also einer dieser traurigen Aspekte. Aber die Leute haben auch über diesen Song geredet, weil wir Dolores‘ Kindern die Einnahmen spenden. Es ist also für uns ein gutes Gefühl, dass die Nummer, je größer sie wird, einen immer besseren Zweck erfüllt.

Um vielleicht nochmal darauf zurückzukommen, wie wir durch 'Zombie' beeinflusst wurden: Nicht auf eine mentale Art, aber es hat uns als Band in eine gewisse Position gebracht. Wenn wir uns dazu entscheiden, Rock-Radio-Songs zu schreiben, wissen wir jetzt, dass da eine Zuhörerschaft für uns ist. Aber der Erfolg von 'Zombie' verhallt langsam und wir müssen zusehen, dass wir als Band mit unseren Songs auf unseren eigenen Füßen stehen. Es war auf jeden Fall ein wildes Jahr und wirklich aufregend, so viel Aufmerksamkeit zu genießen, besonders mit etwas, das wir vor kurzem erst gestartet haben. Aber wir können es kaum erwarten, mit der zweiten LP weiterzumachen und im Sommer zu euch rüberzukommen.«

Eure Termine für Shows in Deutschland begrenzen sich für dieses Jahr bislang auf Hamburg, Köln und München. Habt ihr irgendeine Beziehung zu diesen Städten?

»Diese Entscheidung hat mehr mit Gründen der Logistik zu tun. Das ist eher davon abhängig, in welchen Städten wir spielen können und welche Locations gerade verfügbar sind. Jeder Leser oder Fan der Band sollte auf jeden Fall wissen, dass eine Band nie eine Karte öffnet und sagt: „Hier sollten wir auftreten!“ Vieles ist einfach von deiner Booking-Agentur und dem, was sie aushandeln kann, abhängig. Aus Band-technischer Sicht sind wir mit BAD WOLVES Newcomer und deshalb wird es interessant zu sehen, was wir erreichen können und welche Reaktionen wir hervorrufen. Das sind jetzt erstmal nur ein paar Termine, aber wir kommen auf jeden Fall wieder, um in noch viel mehr Städten zu spielen.«

Was brennt dir noch auf der Seele?

»Wir werden Europa und Deutschland auf jeden Fall zu Hauptzielen von BAD WOLVES machen und wollen ermöglichen, dass man uns mindestens einmal, vielleicht sogar zweimal im Jahr an den unterschiedlichsten Orten sehen kann. Wir freuen uns schon sehr darauf, eine Beziehung zu euch aufzubauen, indem wir so oft wie möglich vorbeikommen und fleißig Platten veröffentlichen. Wir werden sehen, woraus ihr gemacht seid, und ihr werdet sehen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind. Lasst uns zusammen rocken und Spaß haben!«

www.badwolvesnation.com

www.facebook.com/badwolvesofficial

Bands:
BAD WOLVES
Autor:
Lukas Höpfner

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