Titelstory-Blog

Titelstory-Blog 27.07.2022, 10:52

ARCH ENEMY - Kunst kommt von Können

Mit „War Eternal“ und „Will To Power“ haben sich ARCH ENEMY in den vergangenen Jahren in schwindelerregende Erfolgssphären katapultiert. Seit dem letzten Langspieler sind fünf Jahre ins Land gezogen, die unzählige Herausforderungen und schwere Einschnitte durch die Pandemie mit sich brachten. Doch die schwedisch-kanadisch-amerikanischen Melodic-Death-Stars lassen sich nicht beirren und werden ihren anhaltenden Höhenflug mit dem elften Studioalbum „Deceivers“ aller Voraussicht nach konsequent fortführen.

Seit dem Beitritt der kanadischen Ausnahme-Frontfrau Alissa White-Gluz im Jahr 2014 gehen ARCH ENEMY endgültig durch die Decke. Zusammen mit Bands wie Amon Amarth gelingt es der seit 1995 aktiven Melodic-Death-Metal-Institution zunehmend, extremen Metal salonfähiger und für eine breitere Masse zugänglicher zu machen. Die Relevanz der Combo auf dem modernen Musikmarkt ist also unbestritten. Nichtsdestotrotz versucht Bandgründer Michael Amott auszublenden, dass sein Baby mit jedem neuen Album unaufhaltsam größer wird. »Darüber können sich andere Leute Gedanken machen. Das ist nicht unsere Aufgabe, aber natürlich ist es so viel besser, als die Alternative, mit jedem Album kleiner zu werden.« Außerdem, so der schwedische Gitarrist: »Du bist immer nur so gut wie dein nächster Song, dein nächstes Album oder deine nächste Show.«

Der Titel „Deceivers“ des neuen Albums betont laut Sängerin Alissa, dass mit den namensgebenden „Betrügern“ vor allen Dingen die Menschheit selbst gemeint sei: »Unglücklicherweise ist die Menschheit, wie sie im Moment auf der Erde existiert, das schlimmstmögliche Beispiel für die Tragödie des Allgemeinguts. Das bedeutet, jeder weiß, dass er bestimmte Dinge in geringem Umfang falsch macht. (…) Allerdings glauben alle, dass jemand anderes es schon richten wird und man selbst nur einen minimalen Prozentsatz darstellt, der keinen Unterschied macht. (…) Das nächste Massenaussterben hat bereits begonnen, und diesmal wird es die Menschen treffen.« Die blauhaarige Kanadierin lebt schon seit über 20 Jahren vegan und setzt sich aktiv für Tier- und Umweltschutz ein. »Ich glaube auf jeden Fall, dass Veganismus die einzige Möglichkeit ist, um voranzukommen. (…) Die Menschheit kann nur überleben, wenn wir jetzt etwas verändern. Und das sage ich nicht nur, um dramatisch zu übertreiben. Das ist eine Tatsache.«

Schlagzeuger Daniel Erlandsson blickt derweil zufrieden auf seine seit 26 Jahren andauernde Reise mit ARCH ENEMY und die bisherigen zwölf Studioalben zurück, an denen er allesamt maßgeblich beteiligt war. »Was für eine großartige Reise! Niemand konnte damit rechnen, dass die Band diese Karriere hinlegen würde. (…) Mit Alissa sind wir in meinen Augen jetzt besser als jemals zuvor«. Aber auch seinen eigenen Werdegang rekapituliert der Musiker und erinnert sich dabei an die ein oder andere Anekdote, wie ihn sein ebenfalls trommelnder Bruder Adrian als Kind entscheidend geprägt hat: »Ich versuchte, einen Song von Manowars „Fighting The World“-Album zu spielen. Darin gibt es einen Double-Bass-Part, den ich mit meinen Händen spielte, weil ich ihn nicht mit den Füßen hinbekam. Adrian zeigte mir schließlich, wie man es mit den Füßen macht.«

Für unsere große Titelstory im aktuellen Rock Hard trafen wir Sängerin Alissa White-Gluz und Gitarrist Michael Amott in Berlin, sprachen mit Alissa in einem separaten Interview ausführlich über ihr Engagement als Umwelt- und Tierschützerin sowie ihren Lebensstil als Veganerin und Straight-Edge-Verfechterin und befragten den seltener im Zentrum des öffentlichen Interesses stehenden Schlagzeuger Daniel Erlandsson zu seinem Werdegang als Musiker und Mitglied von ARCH ENEMY. Außerdem nahmen wir das Schaffen der Band in einem Seziertisch genau unter die Lupe.

Das Heft könnt ihr hier versandkostenfrei bestellen.


Bands:
ARCH ENEMY
Autor:
Simon Bauer

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