Interview

Interview 20.11.2018, 14:06

ALL THAT REMAINS - Es geht weiter

Kurz nach dem plötzlichen Tod ihres Gitarristen Oli Herbert stand für die US-Amerikaner ALL THAT REMAINS die Veröffentlichung ihres neunten Albums „Victim Of The New Disease“ ins Haus. Nachdem sich die Band ein wenig von der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, nahm sich Sänger Phil Labonte Zeit, um mit uns über die letzten Wochen, die Aufnahme des neuen Albums und die Zukunft von ALL THAT REMAINS zu sprechen.

Hi Phil, vielen Dank für deine Zeit. Ich kann mir vorstellen, dass die letzten Wochen für dich und die gesamte Band eine schwierige Zeit waren.

»Es war hart. Wir kannten uns über 20 Jahre. Wir haben uns dazu entschieden, ohne Oli weiter Musik zu machen. So langsam beruhigt sich alles, denke ich. Es war hart.«

Ihr habt vor Kurzem „Victim Of The New Disease“ veröffentlicht. Traurigerweise ist es das letzte Album mit Oli. Wie lief die Produktion des Albums?

»Die Aufnahmesessions waren großartig. Wir haben es Zuhause in Massachusetts mit unserem Freund Dan Laskiewicz produziert. Er hat das Album produziert und Gitarre gespielt. Dan ist wirklich sehr kreativ und hat viele coole Ideen und er hat wirklich dabei geholfen, den harten Sound in ALL THAT REMAINS hervorzubringen. Danach haben wir gesucht. Wir wollten, dass die Platte heavy klingt. Wir hatten eine gute Zeit.«

Was war Olis Part bei den Aufnahmen?

»Oli hat die Musik geschrieben, ich übernehme immer die Lyrics. Oli hat – wie bei nahezu allen Alben – den Großteil der Musik geschrieben. Dort konnte er glänzen. Er war der primäre Riff-Schreiber in ALL THAT REMAINS.«

Hat sich die Art und Weise, wie ihr im Studio gearbeitet habt durch Dan verändert oder seid ihr ähnlich wie bei vorherigen Alben vorgegangen?

»Wir haben recht ähnlich wie zuvor gearbeitet. Oli hat sich oft mit Dan getroffen. Oli hat die Ideen aufgeschrieben, Dan hat sie aufgenommen und sie haben uns die Parts zukommen lassen. Dann wurden bestimmte Parts ausgewählt und arrangiert. Ja, also es war schon ähnlich zu dem, wie wir zuvor gearbeitet haben.«

Du hast schon angesprochen, dass ihr härter klingen wolltet. Die Platte startet mit 'Fuck Love' auch mit einem sehr harten und aggressiven Song. Wie kam es dazu?

»In der Vergangenheit haben wir einen harten Song an den Anfang eines Albums gestellt. Auf unserem letzten Album haben die Leute als erstes 'Safe House' gehört, auf dem Album davor haben sie zuerst 'No Knock' gehört, davor war das Erste 'Down Through The Ages'. Wir haben immer einen ziemlichen Aufreißer als ersten Song gewählt. Wir dachten uns, das wollen wir wieder so machen. Wir wollten zurück zu einem härteren Sound, auch wenn wir nicht so hart angefangen haben, wie wir es jetzt sind. Unser erstes Album war sehr melodisch. Ein paar Alben später haben wir „The Fall Of The Ideals“ rausgebracht. Einige Leute sagen, das ist unser härtestes Album.«

Und jetzt wolltet ihr wieder einen härteren Sound?

»Ja, wir waren auf der Suche nach einem härteren Sound. Das trifft es ziemlich genau.«

Neben den harten Songs, wie 'Wasteland' und 'Misery In Me' gibt es auch Balladen. Das ist eine interessante Mischung. Was war die Intention dahinter?

»Nicht nur ich, sondern größtenteils auch die Band mag viel verschiedenes Zeug und wir fragten uns: warum sollen wir nicht Songs schreiben, die widerspiegeln, was wir mögen? Für mich fühlt es sich so an, dass es schon immer so war. Wir sind Musiker und schreiben Musik. Warum sollten die Songs, die wir schreiben, nicht widerspiegeln, was wir hören? Und wir mögen eine Menge Zeug.«

Gibt es für dich einen Song auf den du besonders scharf bist, ihn live zu spielen?

»Ich mag 'Wasteland' sehr gerne. Was ich an den Reaktionen im Internet sehe, haben wir gerade zu Anfang gute Rückmeldungen zu 'What I Spill' bekommen. Das steht zur Debatte, ob wir es nächstes Jahr mit ins Set aufnehmen, genauso wie 'Fuck Love'.«

Für eure anstehende Europa-Tour habt ihr euch Gitarrist Jason Richardson (Ex-All-Shall-Perish, Ex-Born-Of-Osiris) ins Boot geholt. Das war insgesamt bestimmt eine schwierige Entscheidung. Wie kam es, dass ihr euch für Jason entschieden habt?

»Wir haben noch keinen dauerhaften Ersatz für Oli gefunden, aber Jason springt ein. Oli war ein wirklich großer Fan von Jason. Wir waren 2010 oder 2011 auf einer Tour mit Born Of Osiris. Und wir wollten jemanden, den Oli gutheißen würde. Jason meinte, er würde es machen. Das war perfekt. Über einen Vollzeit-Nachfolger werden wir bald sprechen. Wir wollten sichergehen, dass die Europa-Tour stattfindet, weil wir schon lange nicht mehr dort waren. Wir wollten unsere europäischen Fans nicht im Stich lassen.«

Habt ihr schon Pläne für das nächste Jahr? Steht eine Tour an?

»Wir haben noch nichts gebucht, aber wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wiederkommen. Wir kommen dieses Jahr Ende November nach Europa und spielen ein paar Konzerte in Deutschland. Wir haben auch ein neues Label für Europa, Eleven Seven Music, und hoffen, dass es so öfter in Frage kommt, mit ALL THAT REMAINS nach Europa zu gehen. Habt also ein Auge auf ALL THAT REMAINS, denn wir reisen innerhalb der nächsten 18 Monate wieder nach Europa. Kommt zu unseren Shows!«

Tourdaten:

10.12.18 Köln – Luxor
11.12.18 Berlin - Columbia Theater
17.12.18 München - Backstage Halle

http://www.allthatremainsonline.com/
https://www.facebook.com/allthatremains/

Bands:
ALL THAT REMAINS
Autor:
Lisa Scholz

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.