ReviewDynamit

Band
UNISONIC 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #327 
Titel
Light Of Dawn 
Erscheinungsjahr
2014 
Note
8.0 

Earmusic/Edel (59:52)
Eigentlich waren UNISONIC mal angetreten, um Mucke zu machen, die ganz explizit nicht nach Helloween, der Ex-Band von Michael Kiske und Kai Hansen, klingen sollte. Was auf dem Debütalbum auch halbwegs konsequent durchgezogen wurde, ist mittlerweile Geschwätz von gestern - glücklicherweise, denn das Duo war und ist nun mal immer dann am besten, wenn es nicht vor der eigenen musikalischen Vergangenheit davonläuft. „Light Of Dawn“ positioniert sich irgendwo zwischen Endachtziger-Helloween, den pompöseren Gamma-Ray-Nummern und Feuerzeug-in-die-Höhe-Hardrock, ohne sich allzu offensichtlich irgendwo anzulehnen, und schafft es im Unterschied zu vielen anderen opulenten Power-Metal-Werken, wirklich zu Herzen zu gehen, statt im Klischeekitsch zu ersaufen. Die Überhymne ´Not Gonna Take Anymore´ ist das beste Stück, das Kiske seit „Keeper...“-Zeiten eingesungen hat, dicht gefolgt von dem Bombasthammer ´Your Time Has Come´, den streckenweise fast Arch/Matheos-Flair verströmenden ´Night Of The Long Knives´ und ´Find Shelter´ sowie dem Riff-Monster ´Throne Of The Dawn´. Sogar eine in ihren Grundstrukturen wenig originelle Schunkelballade wie ´You And I´ sorgt für wohlige Gänsehaut, und wer nach dem ersten Hören herumblökt, „Light Of Dawn“ sei ja doch etwas arg plakativ, sollte sich beim nächsten Durchlauf auf die Gitarrenarbeit der Herren Hansen und Meyer konzentrieren. Was da hinter den Akkordsalven noch so alles passiert, ist allerfeinste metallische Schmiedekunst und verleiht der Scheibe eine enorme Halbwertzeit.


Michael Rensen 8.0

AMAZONEMPFEHLUNG