ReviewDynamit

Band
AMORPHIS 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #109 
Titel
Elegy 
Erscheinungsjahr
1996 
Note
10.0 

Endlich ist es da, das neue Album von AMORPHIS, die damit ein Meisterwerk abliefern, das sich dem Hörer aber erst nach mehreren Durchläufen richtig erschließt. Noch immer bekennt sich das Quintett zu seinen Death Metal-Wurzeln, die aber im Vergleich zum Vorgänger noch mehr in den Hintergrund gerückt sind und fast nur noch in den Grunzvocals von Sänger Tomi Koivusaari zum Ausdruck kommen. Dafür sind die für die Band typischen, folkloristisch angehauchten Melodiebögen von altem Schrot und Korn und erzeugen den 'Black Winter Day'-Effekt, denn sie setzen sich sofort in den Gehörgängen fest. Da stört es nicht, daß man für die "cleanen" Vocals einen neuen Mann im Line-up hat, der viel rauher als sein Vorgänger singt. Aber auch die Strukturen der Songs haben sich verändert. Statt des üblichen Strophe-Lead-Strophe-Musters wird jetzt am Anfang jedes Stücks das Grundthema vorgegeben, das dann, ganz im Stil der klassischen Komponierkunst, zerlegt und nuanciert wiederholt wird. Vor allem für den neuen Keyboarder bot diese Vorgehensweise ein ideales Betätigungsfeld, und er konnte sich auf seiner Hammond-Orgel richtig austoben. Genau diese 70er-Klänge, die sehr stark an die Spielweise von Jon Lord erinnern, machen die Genialität der Platte aus. Und AMORPHIS wären nicht AMORPHIS, wenn sie nicht auch ein paar Überraschungen auf Lager hätten. Der Song 'Cares' fängt im typischen Todesblei-Stil an, geht dann aber ganz langsam in eine poppige Melodie und Rave-Klänge über, als wäre es die normalste Sache der Welt. Und mit dem Titelsong ist den Finnen eine geniale Ballade gelungen, die ihrem Namen alle Ehre macht. Kurzum, ich zücke die Höchstnote!


Kai Wendel 10.0

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