SCANDAL schmeißen mit ihrem "Lucky Luke"-Comics nachempfundenen Coverartwork einen der diesjährigen Highlights in der Rubrik "Außer Spesen nix gewesen" auf den Markt, denn die Mucke des Quartetts aus dem süddeutschen Raum hält nicht, was der erste optische Eindruck verspricht. Mittelprächtige Angus Young-Riffs mit leichtem Glam-Touch gab's irgendwo schon mal, und langsam steht mir diese Musik wirklich bis zum obersten Tellerrand meiner Hirnsuppe. Zugegeben: Technisch ist an SCANDAL nichts auszusetzen, und vor zehn Jahren hätten die Jungs sogar noch Chancen auf einen Innovationsorden gehabt, aber mittlerweile ist bluesiger Hardrock ungefähr so interessant wie tote Fische auf der Elbe. Die wenigen Versuche, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, enden meist schon in ihren Ansätzen oder aber in Lachmuskelreizern wie dem improvisierten Hundegebell von 'Freedom'. Textlich hangelt sich der Vierer in altbewährter Tradition an den Themen Frauen, Coolsein und Spaßhaben entlang, was meine Laune endgültig in die Kanalisation sinken läßt. Wegen des geilen Artworks kann ich mit Müh' und Not fünfeinhalb Punkte rausrücken, aber im Zweifelsfall höre ich mir AC/DC und ZZ Top doch lieber im Original an. Kontakt: Power Productions, Triesdorferstr. 90, 91522 Ansbach.