ReviewAlbum

Band
MASTER´S HAMMER 
Kategorie
Album 
Heft
RH #73 
Titel
The Jilemnice Occultist 
Note
8.0 

So ungewöhnlich wie der Titel dieser originellen Black Metal-Scheibe ist auch die Band, die in ihrer tschechischen Heimat seit ihrem '88er Debütdemo "Finished" Kultstatus besitzt. "The Jilemnice Occultist" ist das zweite Album der sechsköpfigen Truppe (der Vorgänger "Ritual" erschien Anfang '91 bei einem tschechischen Indie-Label und verkaufte sich laut Aussage der Band alleine in Tschechien über 25.000mal (!) und wird im CD-Booklet als "klassische Operette in drei Akten" bezeichnet. Wir haben es also mit einem Konzept-Album zu tun, das nicht nur in struktureller Hinsicht an King Diamond erinnert. Zwar gehen MASTER'S HAMMER musikalisch wesentlich kompromißloser zu Werke als der dänische Knochenschwinger, aber besonders die Vocals klingen wie eine Mischung aus tiefen King Diamond-Stimmlagen und Quorthons kehligem Gegrunze. Überhaupt ist unschwer zu erkennen, daß Bathory der Haupteinfluß der Tschechen ist, obwohl MASTER'S HAMMER sehr um Eigenständigkeit bemüht sind und oft Keyboards, klassische Instrumente und orchestrale Passagen einbauen. Erstaunlich gut ist auch die Produktion dieser CD, die zweifellos internationales Format besitzt und auch schnellere Hackpassagen nie in heilloses Chaos ausarten läßt. Kurz: "The Jilemnice Occultist" ist eines der ungewöhnlichsten Death Metal-Alben des Jahres und alleine deshalb acht Punkte wert.


Götz Kühnemund 8.0