ReviewAlbum

Band
LOUDNESS 
Kategorie
Album 
Heft
RH #6 
Titel
Disillusion 
Note
9.5 

Ganz klare Gewinner des Monats sind für mich unsere vier Freunde aus Japan. Gegenüber ihrer ersten Scheibe "The Birthday Eve" haben sich LOUDNESS jedesmal erneut verbessert, so daß mir nun ihr bislang stärkstes Album vorliegt. "Disillusion" beginnt mit dem beinharten 'Crazy Doctor'. Sofort peitschen mir wieder Akiras Soli um die Ohren. Einfach Wahnsinn, was dieser Teufelskerl so drauf hat. 'Esper' folgt und ist der schnellste Song der LP (vergleichbar etwa mit 'Speed'). Mit 'Butterfly' kann ich nichts anfangen, da es mir zu jazzig ist. Aber Fans von Gruppen wie Rush werden ihre helle Freude daran haben. So richtig für meinen Geschmack ist dagegen wieder 'Revelation' (zu deutsch: die Offenbarung). Nachdem sich Ozzy und Maiden zu diesem Thema geäußert haben, wollen nun auch noch LOUDNESS ihren Senf hinzugeben. Nur leider versteht man auf Grund der japanischen Texte wieder einmal nichts. Seite zwei wird durch Akiras Gitarrenintro 'Exploder' eröffnet, welches wir ja schon von der Live-LP kennen (dies ist übrigens auch der einzige Song davon). 'Dream Fantasy' und 'Milky Way' sind beide wieder schnell und reißen mich völlig aus dem Sessel. Da paßt einfach alles zusammen - harte Gitarren, schnelle Drums und ein schwerer Bass, eben typisch LOUDNESS. Hier wird nicht rumgebolzt wie bei den Schwachköpfen von Venom (ja, ich weiß, mich werden deswegen wieder zahlreiche Morddrohungen aus der Black Metal-Legion erreichen), sondern die Härte wird durch Melodie erreicht. 'Satisfaction Guaranteed' ist der erste ganz in englisch gesungene LOUDNESS-Track. Er erinnert etwas an Priests 'You've Got Another Thing Comin''. Diese Super-LP wird dann durch eine der besten Balladen beschlossen, die ich kenne. 'Ares'lament' heißt das Ding und zeigt Minoru Niiharas Gefühl zur Musik. Einfach überragend, dieser Song. Aber auch dieser Scheibe kann und will ich keine 10 geben (irgendwann muß es doch mal möglich sein). Erstens gibt es den Minuspunkt für 'Butterfly', und zweitens gefällt mir das dämliche Cover nicht. Also "nur" eine 9,5.


Uwe Lerch 9.5