ReviewAlbum

Band
ENTOMBED 
Kategorie
Album 
Heft
RH #155 
Titel
Uprising 
Erscheinungsjahr
2000 
Note
9.0 

Man kann zehn Mal nörgeln, dass ENTOMBED vom Ikea-Tod die Schnauze voll haben. Man kann auch hundert Mal nörgeln. Oder tausend Mal. Oder sich deshalb auch umbringen. Oder seine Mutter. Oder seinen Wellensittich. Oder irgendwen. Man kann aber auch einfach die Entwicklung der Band akzeptieren und den Schweden mit einem Anflug von Toleranz bescheinigen, dass ihr rotziger Death Rock auf "Uprising" millionenmal besser knallt als alle Backyard Babies- und Hellacopters-Platten zusammen. Ja, die Wahrheit ist hart! Uffe, L.G. & Co. haben gemerkt, dass ihre letzte, alles andere als schwache Scheibe "Same Difference" doch 'ne Ecke zu glatt und relaxt rüberkam. Dem tragen sie Rechnung. Jetzt klingen die "Originale auf Lebenszeit" räudig, roh, ungehobelt, ja manchmal richtig schön asozial. Die Gitarren sind wieder tiefer gestimmt, aber nicht wirklich Death Metal, die Songs hämmern brachial, aber stets eher rock'n'rollig als metallisch, und L.G. röhrt wesentlich schweinischer. Das Wichtigste: Dem Vorwurf, miese Songwriter zu sein, treten die Herrschaften mit grandiosen Ohrwürmern entschieden entgegen. Hört mal in die Killer 'Say It In Slugs', 'Won't Back Down' oder 'Scottish Hell' rein. Stärker waren ENTOMBED auch zu Zeiten von "To Ride..." nicht!


Wolf-Rüdiger Mühlmann 9.0

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