ReviewAlbum

Band
DANZIG 
Kategorie
Album 
Heft
RH #150 
Titel
6:66 - Satan´s Child 
Erscheinungsjahr
1999 
Note
10.0 

Hurra, hurra, der Glenn ist wieder da! Hatten sich selbst eingefleischte Jünger nach dem enttäuschenden "Blackacidevil" mit Grausen von ihrem Meister abgewandt, ist mit "6:66 - Satan's Child" Wiedergutmachung angesagt. Auf den ersten Blick scheint sich zwar nicht allzuviel verändert zu haben, die gleiche Besetzung wie beim Vorgängeralbum hat auch diesmal den Einsatz von Elektronik nicht gescheut. Aber, und das kann man nicht fett genug unterstreichen: Das Trio um den muskelbewehrten Giftzwerg hat dazugelernt. Schon der Opener 'Five Finger Crawl' macht deutlich, daß mit der Band wieder zu rechnen ist: Harte Stakkatogitarren, ein schwerer Beat, des Meisters leicht verfremdete Stimme und gezielt eingesetzte elektronische Effekte erschaffen ein böse grollendes Monster, das durch sämtliche zwölf Songs stampft und dabei alles niedermacht. Mal gibt der Drumcomputer den Rhythmus vor, mal ist es ein richtiges Schlagzeug. Mal ballern die Klampfen böse drauflos, mal werden sie von Orchesterfragmenten aus der Dose zärtlich umspielt. Und über allem schwebt Glenns Stimme, die - egal ob sanft oder hart - auch nach Jahren nichts von ihrer Intensität eingebüßt hat. Co-Produzent Peter Lorimer (u.a. David Bowie) und Engineer Josh Abraham (Orgy, Coal Chamber, Korn) haben sicher ihren Anteil an der Qualität des Albums, das sehr dicht, düster und extrem heavy daherkommt, doch sind es vor allem die Songs an sich, die "6:66 - Satan's Child" zu einem Genuß machen. Diese 54 kurzweiligen Minuten sind weder die vielleicht von einigen erhoffte Rückkehr in alte Zeiten noch die befürchtete zunehmende Hinwendung zum Industrial-Lager. Das hier ist schwerer, böser Elektro-Metal - wie ein Schlag in den Magen, der richtig weh- und deshalb auch so gut tut! Volle Punktzahl!


Andreas Herz 10.0

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